SPD Adlkofen

Landwirtschaftsschulen: Schließungen trotz ausreichender Anzahl an Studierenden

Agrarexpertin Ruth Müller: Die am drittstärksten frequentierte Landwirtschaftsschule in Niederbayern am Standort Landshut muss auch schließen - Rotstift wurde an der falschen Stelle angesetzt

Seit Ankündigung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, sieben Landwirtschaftsschulen in Bayern schließen zu wollen, mehren sich die Proteste gegen den Abbau der Schulstandorte. Auch die landwirtschaftspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Ruth Müller steht den Schulschließungen kritisch gegenüber. Denn wie die Zahlen einer aktuellen Anfrage der SPD-Abgeordneten belegen, werden die landwirtschaftlichen Ausbildungsstätten wie in Landshut oder Mindelheim trotz ausreichender Anzahl an Studierenden geschlossen.

Ruth Müller entsetzt über das Ende der Landwirtschaftsschule Landshut nach über 150 Jahren

SPD-Agrarexpertin Ruth Müller zur aktuellen Meldung aus dem bayerischen Agrarministerium: Einwohnerstärkste Region Niederbayerns bietet künftig keine Ausbildungsplätze mehr in der Landwirtschaft an

 Ruth Müller ist entsetzt über die aktuelle Entscheidung zur Schließung der Landwirtschaftsschule in Landshut: „Es ist unfassbar, dass Landshut von den angekündigten Schließungen betroffen sein wird. Wenn wir im Raum Landshut kein Ausbildungsangebot mehr im Bereich Landwirtschaft anbieten können, wird sich der Strukturwandel drastisch verschärfen.“

 

Die Abgeordnete fordert daher den stellvertretenden Ministerpräsidenten Aiwanger sowie die Abgeordneten in der Region auf sich mit ihrem ganzen Gewicht für den Erhalt der Schule einzusetzen: „Unser stellvertretender Ministerpräsident Aiwanger ist selber Landwirt und weiß was es bedeutet, wenn so eine wichtige Ausbildungsstätte für eine ganze Region wegfällt!“ so Müller, „mit ihm haben wir in der Region noch zwei weitere Vertreter der Regierungskoalition, die sich jetzt hier einbringen müssen, um das Ende einer 150jährigen Tradition zu verhindern!“

Ein offenes Ohr für Landwirte - Florian Pronold und Ruth Müller waren zu Gast

3. v. li.: Florian Pronold, MdB - 4. v. li: Ruth Müller, MdL

Besondere Gäste hatte Gutsbesitzer Josef Scheuerer dieser Tage auf seinem Hof in Pullach zu Gast. Auf Vermittlung von Stadtrat Josef Eisenhut aus Geiselhöring weilten Bundestagsabgeordneter Florian Pronold aus Deggendorf und Landtagsabgeordnete Ruth Müller aus Pfeffenhausen zweieinhalb Stunden lang in Pullach, um von rund zehn Landwirten des neuen Vereins „Landwirtschaft verbindet Bayern“ deren Sorgen und Nöte zu erfahren.

Der Vorsitzende des Vereins „Landwirtschaft verbindet Bayern“, Rainer Seidl, erläuterte, dass den Landwirten vor allem die Stellungnahme und der Bericht um Natur- und Artenschutz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf den Nägeln brenne. Dieser Bericht sei so ausgelegt, als ob die Landwirte allein an der Umweltverschmutzung und dem Artenrückgang Schuld hätten. „Dagegen wehren wir uns und fordern den Rücktritt von Schulze und ihrem Staatssekretär Jochen Flasbarth“, legte Seidl gleich zu Anfang den Politikern das Anliegen der Landwirtschaft nahe.

SPD fordert einen neuen bayerischen Weg in der Agrarpolitik

Drastischer Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern - Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik und Stärkung der Erzeuger dringend notwendig

Angesichts der heutigen (01.07.) Vorstellung des Agrarberichts 2020 im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betont die agrarpolitische Sprecherin Ruth Müller, dass ein neuer bayerischer Weg in der Agrarpolitik erforderlich wird. Große Sorgen bereitet der Abgeordneten der drastische Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir über 11 Prozent der Betriebe im Freistaat verloren - mehr als im Bundesschnitt! Wenn wir so weiter machen, werden wir in zehn Jahren einen Strukturbruch vorfinden, der unsere ländlichen Räume und unsere Vielfalt in der Landwirtschaft massiv beeinträchtigen wird.“

Des Weiteren kritisiert Müller, dass dem diesjährigen Bericht die Kapitel "Pflanzliche Produktion“ und „Tierische Produktion“ fehlen: "Stattdessen wird über "Urban Gardening" berichtet. Das ist zwar innovativ, unsere Landwirtinnen und Landwirte können davon aber nicht überleben."

Niederbayerische Milchwirtschaft im Niedergang

SPD-Agrarpolitikerin Ruth Müller: Zahl der Betriebe binnen fünf Jahren um 20 Prozent gesunken – Corona-Krise sorgt für weiteren Preisverfall

Der Milchwirtschaft in Niederbayern geht es immer schlechter. Seit 2015 haben 20 Prozent der Milchviehbetriebe in der Region aufgeben müssen. Gleichzeitig sank die Zahl der Milchkühe um 9 Prozent, wie die SPD-Agrarpolitikerin Ruth Müller mit einer parlamentarischen Landtagsanfrage herausgefunden hat.

„Diese Entwicklung ist ein Alarmsignal gerade für unsere bäuerliche Landwirtschaft mit ihren kleineren Betriebsgrößen. Die Zahlen zeigen ja, dass vor allem Betriebe mit wenigen Tieren dem unerbittlichen Preisdruck bei der Milch zum Opfer fallen“, warnt die Landshuter Landtagsabgeordnete. „Doch die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist so identitätsstiftend für unsere Dörfer und so wichtig für den Erhalt unserer Kulturlandschaft.“

Die Corona-Krise mit ihrem deutlichen Nachfragerückgang und Milchüberschuss hat die Situation sogar noch verschärft. Der Milchpreis sank im April auf 27 Cent, das sind 3,6 Cent weniger als noch ein Jahr zuvor. „Schon vor Corona haben die Marktpreise kaum die Kosten gedeckt. Ich fürchte für dieses Jahr eine dramatische Beschleunigung des Höfesterbens und eine weitere Konzentration auf Großbetriebe. Deshalb brauchen wir staatliche Vorgaben zur Begrenzung der produzierten Milchmengen.“

Einen entsprechenden Antrag Müllers und der SPD-Fraktion haben CSU und Freie Wähler im Landtag jedoch vergangene Woche abgelehnt.

 

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