SPD Adlkofen

Ein offenes Ohr für Landwirte - Florian Pronold und Ruth Müller waren zu Gast

3. v. li.: Florian Pronold, MdB - 4. v. li: Ruth Müller, MdL

Besondere Gäste hatte Gutsbesitzer Josef Scheuerer dieser Tage auf seinem Hof in Pullach zu Gast. Auf Vermittlung von Stadtrat Josef Eisenhut aus Geiselhöring weilten Bundestagsabgeordneter Florian Pronold aus Deggendorf und Landtagsabgeordnete Ruth Müller aus Pfeffenhausen zweieinhalb Stunden lang in Pullach, um von rund zehn Landwirten des neuen Vereins „Landwirtschaft verbindet Bayern“ deren Sorgen und Nöte zu erfahren.

Der Vorsitzende des Vereins „Landwirtschaft verbindet Bayern“, Rainer Seidl, erläuterte, dass den Landwirten vor allem die Stellungnahme und der Bericht um Natur- und Artenschutz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf den Nägeln brenne. Dieser Bericht sei so ausgelegt, als ob die Landwirte allein an der Umweltverschmutzung und dem Artenrückgang Schuld hätten. „Dagegen wehren wir uns und fordern den Rücktritt von Schulze und ihrem Staatssekretär Jochen Flasbarth“, legte Seidl gleich zu Anfang den Politikern das Anliegen der Landwirtschaft nahe.

SPD fordert einen neuen bayerischen Weg in der Agrarpolitik

Drastischer Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern - Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik und Stärkung der Erzeuger dringend notwendig

Angesichts der heutigen (01.07.) Vorstellung des Agrarberichts 2020 im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betont die agrarpolitische Sprecherin Ruth Müller, dass ein neuer bayerischer Weg in der Agrarpolitik erforderlich wird. Große Sorgen bereitet der Abgeordneten der drastische Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir über 11 Prozent der Betriebe im Freistaat verloren - mehr als im Bundesschnitt! Wenn wir so weiter machen, werden wir in zehn Jahren einen Strukturbruch vorfinden, der unsere ländlichen Räume und unsere Vielfalt in der Landwirtschaft massiv beeinträchtigen wird.“

Des Weiteren kritisiert Müller, dass dem diesjährigen Bericht die Kapitel "Pflanzliche Produktion“ und „Tierische Produktion“ fehlen: "Stattdessen wird über "Urban Gardening" berichtet. Das ist zwar innovativ, unsere Landwirtinnen und Landwirte können davon aber nicht überleben."

Niederbayerische Milchwirtschaft im Niedergang

SPD-Agrarpolitikerin Ruth Müller: Zahl der Betriebe binnen fünf Jahren um 20 Prozent gesunken – Corona-Krise sorgt für weiteren Preisverfall

Der Milchwirtschaft in Niederbayern geht es immer schlechter. Seit 2015 haben 20 Prozent der Milchviehbetriebe in der Region aufgeben müssen. Gleichzeitig sank die Zahl der Milchkühe um 9 Prozent, wie die SPD-Agrarpolitikerin Ruth Müller mit einer parlamentarischen Landtagsanfrage herausgefunden hat.

„Diese Entwicklung ist ein Alarmsignal gerade für unsere bäuerliche Landwirtschaft mit ihren kleineren Betriebsgrößen. Die Zahlen zeigen ja, dass vor allem Betriebe mit wenigen Tieren dem unerbittlichen Preisdruck bei der Milch zum Opfer fallen“, warnt die Landshuter Landtagsabgeordnete. „Doch die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist so identitätsstiftend für unsere Dörfer und so wichtig für den Erhalt unserer Kulturlandschaft.“

Die Corona-Krise mit ihrem deutlichen Nachfragerückgang und Milchüberschuss hat die Situation sogar noch verschärft. Der Milchpreis sank im April auf 27 Cent, das sind 3,6 Cent weniger als noch ein Jahr zuvor. „Schon vor Corona haben die Marktpreise kaum die Kosten gedeckt. Ich fürchte für dieses Jahr eine dramatische Beschleunigung des Höfesterbens und eine weitere Konzentration auf Großbetriebe. Deshalb brauchen wir staatliche Vorgaben zur Begrenzung der produzierten Milchmengen.“

Einen entsprechenden Antrag Müllers und der SPD-Fraktion haben CSU und Freie Wähler im Landtag jedoch vergangene Woche abgelehnt.

 

Ein gemeinsames Bekenntnis zur bayerischen Landwirtschaft

SPD-Landtagsfraktion und Bayerische Jungbauernschaft im Gespräch

 

Der erste gemeinsame Termin nach dem Lockdown führte den Arbeitskreis Agrarpolitik der Bayerischen Jungbauernschaft mit Arbeitskreissprecher Matthias Högl in den Bayerischen Landtag zu einem politischen Gespräch mit der BayernSPD-Landtagsfraktion. Gemeinsam mit seinen Arbeitskreismitgliedern, dem Fraktionsvorsitzenden Horst Arnold, MdL und der agrarpolitischen Sprecherin Ruth Müller, MdL wurden wichtige Themen diskutiert. „Wir wollen die Zukunft gestalten“, machte Högl deutlich. Dazu brauche es Mut für neue Ideen und Weitblick. Die Corona-Krise habe zum einen deutlich gemacht, wie wichtig regionale Versorgungsstrukturen – auch und gerade in und durch die Landwirtschaft sind. Andererseits habe man aber auch gesehen, welche großen Lücken und Unterschiede es in der digitalen Versorgung und Kompetenz in unserem Land gebe. Im Gespräch ging es auch um den Einsatz von Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft. „Wir haben in den letzten Wochen gesehen, wie stark wir von einem offenen und freien Europa profitieren“, so Horst Arnold. Und die bayerische Landwirtschaft sichere nicht nur die Versorgung mit Lebensmitteln sondern auch Arbeitsplätze im In- und Ausland. Wichtig war den Vertreter*innen der Bayerischen Jungbauernschaft auch der Appell für eine Optimierung des Messstellennetzes im Rahmen der Düngeverordnung. „Wir haben in Bayern nur rund 600 Messstellen und damit deutlich weniger als beispielsweise Baden-Württemberg, das bei in etwa der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche dreimal so viele Messpunkte hat“, pflichtete Ruth Müller bei. Gleichzeitig wolle die BayernSPD-Landtagsfraktion erreichen, die Güllelager-Kapazitäten zu vergrößern. Leider habe man bisher dafür noch keine Mehrheit gefunden, um ein Förderprogramm auf den Weg zu bringen, wie es in Niedersachsen angewandt wird. „Mischen Sie sich ein – in die Politik und in die Verbandsarbeit, um für Ihre Ideen Unterstützung zu bekommen“, ermunterten Horst Arnold und Ruth Müller die Vertreter*innen der Bayerischen Jungbauernschaft.

Noch Luft nach oben: SPD will Urlaub auf dem Bauernhof stärken

  

Große Chance für den schwer gebeutelten Tourismus in Bayern - Angebote in den Regionen zielgerichteter aufbauen

Mehr als 4000 bayerische Betriebe in Bayern laden zum Urlaub auf dem Bauernhof ein. Doch es könnten weitaus mehr sein, davon ist Ruth Müller überzeugt. Ein Bericht der Staatsregierung soll nun Klarheit schaffen, an welchen Stellen die bestehenden Beratungs- und Förderinstrumente angepasst werden sollten, um mehr Betrieben eine Diversifizierung zu ermöglichen. Ein entsprechender SPD-Antrag wird am heutigen Mittwoch (24.06.) im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten behandelt. Die Abgeordnete erklärt dazu: „Die Anbieter verteilen sich regional sehr unterschiedlich. In Niederbayern gibt es für landwirtschaftliche Betriebe noch viel Potenzial, sich erfolgreich ein zweites Standbein im Tourismus aufzubauen.“

38 Prozent der Betriebe, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, konzentrieren sich auf die Region Oberbayern, 25 Prozent liegen im Allgäu, 22 Prozent in Ostbayern, 15 Prozent in Franken. Vier von fünf bayerischen Anbietern betreiben zugleich aktive Landwirtschaft – ein hoher Wert im Bundesvergleich. „Indem wir das Segment des Bauernhofurlaubs stärken, stärken wir zugleich die vielen kleinen Landwirtschaftsbetriebe im Freistaat“, so die agrarpolitische Sprecherin Ruth Müller. „Das öffnet gerade diesen Betrieben Zukunftsperspektiven, stärkt die ländlichen Regionen abseits der Wirtschaftszentren und ermöglicht es den Gästen, einen Einblick in die Erzeugung der Lebensmittel zu erhalten.“