SPD Adlkofen

Die süße Seite der niederbayerischen Wirtschaft

Veröffentlicht am 07.08.2018 in Landwirtschaft & Forsten

Landwirtschaftspolitikerin Ruth Müller, MdL informiert sich bei der Südzucker AG Plattling über die Liberalisierung des Zuckerpreises und deren Folgen

Seit den späten Achtzigern hat die Südzucker AG ihre Produktpalette stetig ausgeweitet. Diese Diversifizierung kommt ihr heute, nach der Abschaffung der EU Zucker- und Isoglukosequote zugute, denn allein mit der Zuckerproduktion würde das Unternehmen im aktuellen Geschäftsjahr keine schwarzen Zahlen mehr schreiben, so Wolfgang Vogl, Werkleiter der Standorte Plattling und Rain. Bis zum Herbst 2017 habe die EU-Rübenzuckerproduktion, wie auch der Anteil der kontrovers diskutierten Isoglucose – ein kostengünstig herzustellender fructosehaltiger Sirup aus Mais – einer Quotenregelung unterlegen. Seit dem Wegfall dieser muss sich die europäische Zuckerproduktion der internationalen Konkurrenz stellen – verbunden mit einem Preisabsturz, führt Sebastian Siebauer, Rohstoff-Koordinator für Bayern, weiter aus.

In der Konsequenz haben sich die meisten europäischen Staaten dazu entschlossen, den Landwirten eine an die Anbaufläche von Zuckerrüben gekoppelte Zahlung zukommen zu lassen, um die europäische Produktion zu sichern. Siebauer befürchtet hier einen enormen wirtschaftlichen Nachteil für Deutschland, sollte man noch länger zögern hier gleich zu ziehen. Ob es aufgrund der Liberalisierung des Zuckermarktes nun auch zu einer gesteigerten Produktion von Isoglucose käme, könne man heute noch nicht absehen, sind sich beide Experten der Südzucker AG einig. Auch die Diskussion um eine potentielle Gesundheitsschädigung durch Isoglucose verhält sich äußerst kontrovers – Fakt sei, dass Isoclucose schlechter verstoffwechselt werden könne, was die Fettproduktion begünstige, so Sebastian Siebauer.

Angesprochen auf den Marketingtrend zuckerreduzierter Produkte in den Supermärkten bezieht Südzucker klar Stellung für eine ganzheitlich gesunde Ernährung und Lebensweise. Ruth Müller, die sich im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags kontinuierlich für eine ausgewogenere Ernährung gerade der jungen Bevölkerung eingesetzt, begrüßt diese Haltung. „Gesundes Schulessen für eine gute Ernährung unserer Kinder sehe ich in unserer schnelllebigen Gesellschaft als Verantwortung des Staates. Auch die Aufklärungsarbeit muss hier noch weiter forciert werden“ macht die Abgeordnete klar. „Allein beim Zucker zu sparen macht keinen Sinn, da reduzierte Produkte oft sogar mehr Kalorien aufweisen“, resümiert Wolfgang Vogl und verweist auf die Initiative „schmecktrichtig.de“, die sich Fakten und Wissenswertes über Zucker und richtige Ernährung auf die Fahne geschrieben hat.

Homepage Ruth Müller