
MdB Rita Hagl-Kehl will Sorgen der Direktvermarkter nach Berlin mitnehmen

MdB Rita Hagl-Kehl will Sorgen der Direktvermarkter nach Berlin mitnehmen
Beste Stimmung herrschte am Freitag auf dem Bauernmarkt beim Biller. Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl besuchte mit einer SPD-Abordnung den Markt. Sie war bei ihrer Ansprache voll des Lobes über die hiesigen Direktvermarkter. „Hier gibt es frische Produkte aus der Region. Die Direktvermarktung ist ein wichtiger Weg, den wir verstärkt gehen müssen. Wir müssen darauf achten, wo die Lebensmittel herkommen“, so die Bundestagsabgeordnete.
MdB Rita Hagl-Kehl nahm sich anschließend in einem Tisch-Gespräch noch Zeit für die Sorgen der Bauernmärktler. Diese wird sie nach der parlamentarischen Sommerpause nach Berlin mitnehmen. Die Bundestagsabgeordnete kennt die Materie bestens, ist sie doch stellvertretende agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Zweiter Bauernmarktvorsitzender Konrad Zehentner schilderte seine Sorgen als Imker: „In unserer Gegend macht es fast keinen Sinn mehr, Bienenvölker aufzustellen. Denn es gibt fast keine Nahrung mehr für blütensuchende Insekten. Man hat kaum mehr Erfolg.“ Das Problem seien die vielen Monokulturen, wie Zehentner erläuterte. Viele der Bienenarten seien inzwischen selten geworden. Dies könnte wegen ihrer wichtigen Bestäuberfunktion wirtschaftliche Folge haben. Zehentner machte sich für sogenannte Blühstreifen stark. Landtagsabgeordnete Ruth Müller nahm auch die Hobbygärtner in die Pflicht. Sie sollten einen vielfältigen und lebendigen Garten anlegen, was heutzutage nicht mehr selbstverständlich sei.
Doch was sind die Sorgen der Bauernmärktler? Zehentner stellte klar: „Wir können nicht so günstig produzieren, wie es die industrielle Landwirtschaft kann.“ MdB Hagl-Kehl war dieses Problem bekannt: „Die deutschen Bürger geben im Ländervergleich am wenigsten Geld für Nahrungsmittel aus. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Denn sonst stirbt die bäuerliche Landwirtschaft.“
Mut machte der Bundestagsabgeordneten aber der funktionierende Bauernmarkt beim Biller. Im Gespräch wurde festgestellt, dass es immer mehr Milchtankstellen gebe. Es sei angesichts der Milchpreise wohl ein Rettungsanker.
Ein zentrales Thema im Gespräch mit Rita Hagl-Kehl war Glyphosat. So schilderte Zehentner, dass sich Glyphosat auch in Honig niederschlagen könne.
MdB Rita Hagl-Kehl sagte, dass sie in der Diskussion um die Wiederzulassung einen offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt geschrieben habe. Sie forderte ein Verbot von Glyphosat im kommunalen Bereich sowie in privaten Haus- und Kleingärten. Die Antwort sei laut MdB Hagl-Kehl ernüchternd gewesen. So hätte der parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser geantwortet, dass man dafür momentan keine Veranlassung sehen würde. Hagl-Kehl ergänzte: „Darüber hinaus fordern wir, dass die Anwendung in der Landwirtschaft auf ein Mindestmaß reduziert wird und dass die Bundesregierung einen konkreten Ausstiegspfad für die Anwendung in diesem Bereich festlegt.“
Landshuter Zeitung, 17.08.2016
Homepage Ruth Müller