Pressesprecher Robert Gewies
Bereits Ende der 90er Jahre hat die SPD Stadtratsfraktion sich wiederholt für die Schaffung einer Stelle eines Stadt- und Kreisarchäologen eingesetzt. Stets wurde jedoch auf die Außenstelle für Archäologie des Bayerischen Staates in Landshut verwiesen, damit sei ein kompetentes Team in der Region vorhanden. Mit der Verlegung dieser Fachstelle nach Regensburg ist nun dringender Handlungsbedarf gegeben.
Bei archäologischen Grabungen in Niederbayern wird deutlich, dass immer wieder überraschende Funde gemacht werden, die einer fachkundigen Aufarbeitung bedürfen. Ein Blick in die benachbarten Landkreise zeigt, dass derartige kommunale Archäologiestellen eine äußerst wertvolle Arbeit leisten.
Ausgehend von der enormen Anzahl von Bodendenkmälern die in und um Landshut vorhanden sind und der Notwendigkeit Baugebiete oder Straßentrassen auszuweisen, bietet eine eigene Stadt- und Kreisarchäologie die Lösung, um zum einen dem Denkmalschutzgesetz genüge zu tun und zum anderen dem bauwilligen Bürger ohne zu große Verzögerung ein Bauvorhaben zu genehmigen. So ist es bekannt, dass das Isartal mit seinen Seitentälern schon seit vielen Jahrtausenden Menschen anzog und dass sich seit etwa 7500 Jahren Menschen dauerhaft hier niederlassen. Siedlungsüberreste und Gräber aus fast allen Epochen unserer Vergangenheit wurden bereits entdeckt. Immer wieder stellt man mit Erstaunen fest, wie stark eingebunden in europäische Entwicklungen bereits unsere ältesten Vorfahren waren. Wie vielfältig bereits die Güter und Handelswege waren. Immer wieder steht man staunend vor der Zivilisation der Vergangenheit.
Damit Ausgrabungen und Funde auch in Zukunft untersucht und wissenschaftlich ausgewertet werden können, dazu braucht es einer Fachstelle. In einem Antrag fordert die SPD-Fraktion, dass sich die Stadt Landshut mit dem Landkreis Landshut in Verbindung setzt mit dem Ziel nach dem Vorbild anderer Städte und Landkreise die Stelle eines gemeinsamen Stadt- und Kreisarchäologen zu schaffen und dafür nach einem zu vereinbarenden Schlüssel gemeinsam die Kosten zu übernehmen. Mit der SPD- Kreistagsfraktion und deren Vorsitzenden Peter Barteit hat die Stadtratsfraktion bereits diesbezüglich Kontakt aufgenommen.