Von links: Gerhard Babl, Arno Wolf, S. Hutzenthaler, Franz Göbl, Ruth Müller, Christel Engelhard und Bernhard Zauner.Landkreis-SPD befürwortet berufliches Gymnasium
In der letzten Fraktionssitzung berieten die SPD-Kreisräte über mögliche Alternativen zum geplanten Gymnasium. Dazu hatten sich die Kreisräte den bildungspolitischen Sprecher Sebastian Hutzenthaler aus Ergoldsbach eingeladen.
„Jetzt brauchen wir die Entlastung an den Landshuter Gymnasien – ein Neubau bringe erst in 2 bis 3 Jahren die Entlastung und bis dahin sei der Doppeljahrgang schon entlassen“, fasste es die Fraktionsvorsitzende Ruth Müller eingangs zusammen. Zur sofortigen Entlastung hätten die SPD-Kreisräte das von Landrat Josef Eppeneder vorgeschlagene Modell mit den Räumlichkeiten an der Seligenthaler Straße befürwortet.
„Der Bau eines weiteren Gymnasiums ist sicher notwendig, um vor allem das Hans-Leinberger Gymnasium zu entlasten. Es ist andererseits aber nur notwendig, wenn die Staatsregierung am dreigliedrigen Schulsystem wie bisher festhält“, stellte Sebastian Hutzenthaler fest. Wir lehnen das genauso ab, wie die FDP, die ebenfalls eine gemeinsame sechsjährige Schulzeit fordert. „Man wird sehen, ob die FDP für ihre schulpolitischen Ziele in einer Koalition mit der CSU kämpft. Das bayerische Kultus-ministerium habe keinen Plan, wie sie in Zukunft den ländlichen Raum mit weiterführenden Schulangeboten versorgen will.“ Die Staatsregierung müsse sich z. B. bei der Genehmigung „Regionaler Modellschulen“ bewegen – hier habe die Gemeinde Essenbach schon seit längerem einen Antrag laufen. Eine längere gemeinsame Schulzeit sei auch vor dem Hintergrund der frühen sozialen Selektion zu befürworten. Wenn sich diese Erkenntnis durchsetze, wäre sofort der Platzmangel an den Gymnasien beseitigt und die Situation der wohnortnahen Schulen in den Gemeinden entschärft.
Kreisrätin Christel Engelhard stellte auch das Konzept des beruflichen Gymnasiums vor. Hier waren sich die SPD-Kreisräte einig, dass dies eine echte Alternative zu einem „normalen“ Gymnasium sei und den vielen Realschülern im Landkreis Landshut neue Zukunftschancen eröffnen würde. Hiermit trüge man auch dem Trend der dualen Studiengänge an den Universitäten Rechnung und könne so sowohl den ländlichen Raum stärken aber auch eine zukunftsfähige Schule entstehen lassen. Neufahrns Bürgermeister und Kreisrat Bernd Zauner sah hierin auch eine sehr gute Möglichkeit und stellte fest, dass hier sowohl im Landkreis-Norden als auch in der Mitte ideale Standorte vorhanden wären: Ein berufliches Gymnasium in Rottenburg könnte die Realschüler aus Rottenburg, Oberroning, Neufahrn, Ergolding und Mallersdorf aufnehmen, ebenso wie dies auch in Ergolding möglich sei.
„Hier sehen wir die Zukunft für die Ausbildung unserer Schüler und der Stärkung des ländlichen Raums“, fasste Fraktionsvorsitzende Ruth Müller das Ergebnis der Diskussion zusammen.