
SPD-Faktionsvorsitzender Markus Rinderspacher informiert sich gemeinsam mit Ruth Müller, MdL bei der niederbayerischen Kaminkehrer-Innung in Rimbach
Landrat Heinrich Trapp ließ es sich nicht nehmen, die Roten Radler an der Grenze zu „seinem“ Landkreis persönlich mit dem Fahrrad zu empfangen und zum Innungshaus der Kaminkehrer in Rimbach zu begleiten. Mit dabei waren auch Rolf Götz und Rudolf Raab von der „Glückstour“ der Kaminkehrer, die regelmäßig für soziale Zwecke unterwegs ist. Handwerk hat goldenen Boden – diese Aussage gerade heute wieder besondere Aktualität. „Mit einer fundierten Ausbildung kann man heute bei entsprechendem Einsatz genauso gutes Geld verdienen wie mit einem Studium“ so Holger Frischhut, Obermeister der Kaminkehrer-Innung in Rimbach. Und Fachkräfte werden dringend gesucht, so auch im Kaminkehrerhandwerk.
In Rimbach findet man für die Aus- und Weiterbildung optimale Voraussetzungen durch das Bildungszentrum, welches jährlich bis zu 1.000 fortbildungswillige Kaminkehrer besuchen. Leider sei die Zahl der Bewerbungen rückläufig durch die unmittelbare Nähe zu wirtschaftlich starken Mitbewerbern. Dabei habe man in der Kaminkehrerinnung einen optimalen Arbeitgeber, so Frischhut. So wird die Ausbildung durch die Bundesausbildungskasse, in die jeder innungszugehörige Betrieb einzahlt, bezuschusst. Darüber hinaus habe Niederbayern noch eine eigene Ausbildungskasse gegründet, aus der von der Erstausstattung bis zu den Fahrtkosten alles erstattet würde, um die Betriebe und vor allem auch die Auszubildenden zu entlasten.
Das Aufgabenspektrum des Kaminkehrers wird dabei zunehmend vielfältiger und anspruchsvoller. So würde auch demnächst die Stickoxidmessung in die Verantwortung des Traditionsberufes fallen. Außerdem werden Kaminkehrer in Bereichen tätig, an die man als Laie oft nicht gedacht hätte. So sind sie beispielsweise im Rahmen des Brandschutzes und der Gesundheit mit der zunehmenden Problematik der unsachgemäßen Entlüftung von Shisha Bars betraut. „Die Kohlen werden oft in konventionellen Öfen heiß gehalten, die Entlüftung erfolgt mit manchmal abenteuerlichen Konstruktionen“ berichtete Alois Pinzl, stellvertretender Obermeister aus der Praxis.
SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher dankte den Kaminkehrern für ihre kontinuierliche Leistung zum Wohle der Allgemeinheit und auch Ruth Müller betonte die hervorragende Arbeit zur Ausbildung junger Fachkräfte auf die wir dringend angewiesen seien. „Hier bewährt sich unser duales System, wenn sich überbetriebliche Ausbildung und die Praxis in den Betrieben vor Ort ergänzen“ so die Betreuungsabgeordnete für Dingolfing-Landau. Für die parlamentarische Arbeit wurden die Roten Radler von Holger Frischhut mit schwarzen Glücksbringern bedacht.