
Ruth Müller, MdL besucht GemüseAckerdemie der Realschule Neufahrn
Direkt neben dem Schulhaus der Realschule Neufahrn liegt ein kleiner Acker, der regelmäßig von Schülerinnen und Schülern der fünften Klasse gepflegt und bewirtschaftet wird. Mit Begeisterung kümmern sich die Kinder um ihre Kürbis-, Kartoffel- und Kohlpflanzen. „Dass sich auch heute noch Kinder für ein so naturverbundenes Wahlfach entscheiden, bestätigt uns in der Fortführung unseres Projekts“, zeigt sich Herrmann Schneider, Leiter der Realschule beeindruckt. Ins Leben gerufen wurde der Schulacker von Markus Heinle, zuständig für die Fächer Mathematik und Sport. Der engagierte Lehrer kontaktierte vor einem Jahr in Eigeninitiative die Ackerdemia, die sich unter anderem durch die „GemüseAckerdemie“ der praxisorientierten Bildung im Kinder- und Jugendbereich verschrieben hat. Dass sich in diesem einen Jahr bereits viel getan hat, davon konnten sich die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller, sowie Bürgermeister Peter Forstner persönlich überzeugen.
Dr. Antonia Mehnert erörterte den beiden Politikern als zuständige Regionalmanagerin von Ackerdermia zunächst das Prinzip der GemüseAckerdemie: „Die Schulen bekommen von uns Unterstützung und Beratung in Sachen Umsetzung und Anbau, bis das Projekt eigenständig übernommen werden kann und unsere Hilfe nicht mehr benötigt wird“. Auch an der Realschule Neufahrn wird die GemüseAckerdemie wohl ab dem nächsten Jahr eigenständig weitergeführt werden. Durch die benachbarte Bio-Gärtnerei, die jederzeit beratend zur Seite steht und von der auch das benötigte Saatgut und Pflanzen bezogen werden, verfügt Markus Heinle mit seinen Schülerinnen und Schülern über eine Anlaufstelle, bei der jederzeit um Rat gefragt werden kann.
Auch im Winter ist die AG, die im Rahmen des Ganztagsangebots der Schule belegt werden kann, nicht untätig. „Dank der Ackerdemia verfügen wir über umfassendes Bildungsmaterial, um den Kindern auch die globalen Zusammenhänge im Bereich Landwirtschaft näherzubringen“, so Markus Heinle. So wird beispielsweise thematisiert, wo Tomaten im Winter herkommen und wie viel Schadstoffe durch den Import der Pflanzen nach Deutschland in unsere Umwelt freigesetzt werden. Doch auch in der kalten Jahreszeit müssen die Kinder auf das Säen und Ernten nicht gänzlich verzichten, denn dann werden die sogenannten „Micro-Greens“ unter LED-Licht angebaut, darunter Brokkolisprossen, Mungobohnenkeimlinge ode Radieschensprossen, denen man beim Wachsen förmlich zusehen kann.
Von der fünften bis zur zehnten Klasse habe jedes Kind die Möglichkeit, an der GemüseAckerdemie mitzuwirken, außerdem wurde das Projekt in Kooperation mit einer Kollegin auch in das Fach Gesundheit und Ernährung mit einbezogen, so Schulleiter Herrmann Schneider. Das Geerntete wird dabei im Bereich Hauswirtschaft gleich weiter verwertet und im gesunden Pausenverkauf, sowie im Lehrerzimmer angeboten. Ruth Müller zeigte sich begeistert vom ganzheitlichen Konzept, das Anbau, Weiterverarbeitung und Verwertung vereint: „Dadurch lernen die Kinder eine ganz andere Wertschätzung für Lebensmittel“ so die Landtagsabgeordnete. „Wenn man seine eigenen Erzeugnisse von der Aussaat bis zur Ernte und schließlich zur Weiterverarbeitung mit verfolgt, entwickelt man eine ganz andere Bindung, als wenn man die Produkte schlicht im Supermarktregal liegen sieht“. Auch der Schulleiter ist vom Wissenszuwachs durch das praxisorientierte Fach beeindruckt: „Dabei erkennt man erst, dass es sich beim Ackerbau um eine kleine Wissenschaft für sich handelt.“ Für das kommende Schuljahr haben sich bereits zukünftige Schülerinnen und Schüler für die GemüseAckerdemie angemeldet. Bisher nimmt die Realschule Neufahrn mit ihrem Projekt eine Vorreiter-Stellung ein als einzige Schule im Landkreis Landshut.