Neuer Vorsitzender der SPD-Arge "60 plus" Gerhard Wick - MdL Ruth Müller referierte
Nach acht Jahren verzichtete Rolf Haucke auf eine Wiederwahl bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ in der Stadt und im Landkreis Landshut. Sein Nachfolger ist nun Gerhard Wick. Beim Abschied von seinem Vorsitzamt zog Rolf Haucke eine positive Bilanz. „Die Senioren stellen die aktivste Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD“, betonte der scheidende Vorsitzende. Auch die Landtagsabgeordnete Ruth Müller bescheinigte dieser Arge, viel für die politische Information zu tun und das gesellschaftliche Leben in der Partei zu bereichern. Immerhin sind von den 698 SPD-Mitgliedern im Unterbezirk gut die Hälfte über 60 Jahre alt.
Zu diesem Treffen der SPD-Arge „60 plus“ im AWO-Saal Landshut, bei der auch der Bezirksvorsitzende Hartmut Manske anwesend war, entbot Wolfgang Mürdter als Versammlungsleiter einen allgemeinen Willkommensgruß. Anschließend referierte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller über die Geschichte und die derzeitigen Initiativen der bayerischen Sozialdemokraten. Nicht die CSU hat den Freistaat Bayern gegründet, sondern genau vor 100 Jahren der Sozialdemokrat Kurt Eisner. „In hundert Tagen hat dieser mehr bewegt und verändert als wie heute Markus Söder mit seinen Ankündigungen“. Dabei zitierte die Abgeordnete das Frauenwahlrecht, den Acht-Stunden-Tag und ein Staatsministerium für soziale Fürsorge. Nach Überzeugung von Ruth Müller ist derzeit, trotz Hochkonjunktur, die soziale Lage vieler Mitbürger nicht so rosig, wie es die CSU gerne darzustellen versucht. Sie nannte hier die Altersarmut der Frauen, den vernachlässigten Pflegebereich und den zunehmenden Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Markus Söder muss sich den Vorwurf gefallen lassen, etwa 32 000 mietpreisgünstige GBW-Wohnungen verscherbelt zu haben. „Die scheinheilige Ankündigung, nun ein Bayern-Heim gründen zu wollen, ist dafür kein Ersatz“. Die Abgeordnete erinnerte auch daran, dass Markus Söder jahrelang gezielte SPD-Forderungen auf mehr Wohnungsbau-Investitionen in Bayern blockiert hat. Und eines gab die Politikerin auch zu verstehen: Die Flüchtlinge und Asylbewerber sind nicht die Verursacher der Wohnungsnot. Vielmehr seien in Bayern über Jahre hinweg zu wenige Wohnungen gebaut worden. Ihre Ausführungen rundete Ruth Müller mit der kritischen Feststellung ab, dass heute fast ausschließlich über die Asyl- und Flüchtlings-Politik, aber kaum noch über die wirklichen Aufgaben in diesem Land gesprochen wird. Dabei habe die SPD als Regierungspartnerin in Berlin schon viele Verbesserungen für die Menschen erreicht, die offenbar als selbstverständlich angesehen werden. „Und Deutschland wird es weiterhin wirtschaftlich gut gehen, wenn Europa nicht auseinanderbricht“. Das ist nach Meinung von Ruth Müller die Kernaufgabe. Auch die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Patricia Steinberger und ihr Vater, Stadtrat Gerd Steinberger, sprachen ebenfalls ein Grußwort. Beide untermauerten den Anspruch der SPD, sich mehr als die anderen Parteien um die Bürger und deren Anliegen zu kümmern. Nachhaltig verteidigte hierbei Gerd Steinberger das Bemühen der Landshuter Sozialdemokraten, in der Stadt mehr bezahlbaren Wohnraum zu erreichen. „Gestalten kann man nur, wenn man regiert“. Mit diesem Satz brachte Rolf Haucke seine Bewertung der Regierungsverantwortung der SPD in Berlin zum Ausdruck. Hierbei nannte er Bundesminister Horst Seehofer als einen „politischen Geisterfahrer“, der inzwischen selbst erkennen musste, dass es in der Asyl- und Flüchtlingspolitik nur eine europäische Lösung geben kann. Weiter listete der scheidende Vorsitzende die vielfältigen Aktivitäten der SPD-Arge „60 plus“auf, die stets informierend gewesen seien. Die anschließende Neuwahl der Arge-Vorstandschaft brachte dann folgendes Ergebnis: Vorsitzender Gerhard Wick. Seine Stellvertreter sind Marianne Bontzol und Rolf Haucke. Als Beisitzer fungieren Kurt Heusler, Ute und Horst Kubatschka, Otto Janak, Wolfgang Mürdter, Walter Müller, Alex Seitz, Franz Xaver Stocker und Reinhard Wendrich.