SPD Adlkofen

Psychisch Erkrankte dürfen nicht auf das berufliche Abstellgleis gestellt werden

Veröffentlicht am 08.08.2018 in Soziales

Landtagsabgeordnete Ruth Müller besucht das Berufliche Trainingszentrum in Straubing

„Unsere Forderung an die Politik ist es, dass es deutlich mehr Angebote an psychiatrischen Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche gibt“, meint Frau Carolina Stechele, die Leiterin des Psychosozialen Dienstes am Beruflichen Trainingszentrum in Straubing, als am vergangenen Freitag die Gesundheitspolitikerin, MdL Ruth Müller, gemeinsam mit dem Straubinger SPD-Vorsitzenden Dr. Olaf Sommerfeld, Juso-Vorsitzenden Marvin Kliem und Stadtrat Nail Demir das Berufliche Trainingszentrum in Straubing besichtigte.

Frau Gabriele Fendl, Prokuristin des BTZ, erläuterte zu Beginn des Besuchs die derzeitige Situation des Trainingszentrums: gegenwärtig werden 55 Rehabilitanten geschult und ganz individuell betreut, um wieder in den 1. Arbeitsmarkt integriert werden zu können. „Bei uns sind Menschen mit diversen psychischen Erkrankungen, denen es nicht mehr möglich ist vollständig in ihrem alten Beruf tätig zu sein“, so Fendl. Mit aktuell zwei beschäftigten Psychologen, vier Sozialpädagogen und mehreren Berufstrainern könne man aktuell 18 verschiedene Ausbildungsberufe in den Bereichen Dienstleistungen, Handwerk, Informationstechnologie und Kaufmannswesen am BTZ anbieten. Besonders bemerkenswert fand Müller während des Rundgangs den familiären Eindruck der Einrichtung. „Zu uns kommen Menschen aus ganz Bayern, da sie unseren guten Betreuungsschlüssel und unsere überschaubare Größe schätzen“, so Fendl. Außerdem habe man zahlreiche gut laufende Kooperationen mit vielfältigen Betrieben auf dem 1. Arbeitsmarkt, so dass man auch eine Reintegration in ausgefalleneren Berufen anbieten könne, so Stechele weiter. Eine Integrationsquote von 80 % in der Vergangenheit beeindruckte die Gäste von der SPD.

Ruth Müller betont, dass es wichtig sei, psychisch Erkrankte nicht auf das berufliche und gesellschaftliche Abstellgleis zu stellen. „Hier muss auch die Politik solche Projekte wie das BTZ unterstützen und fördern“, so Müller. Notwendig sei hierfür auch, dass die psychiatrische Versorgung generell ausgebaut wird. Laut Kliem, der für den Bezirkstag kandidiert, werde man sich als SPD dafür einsetzen, dass in Zukunft niederbayernweit in jedem Landkreis auch kinder- und jugendpsychiatrische Anlaufstellen eingerichtet und zusätzliche Mittel für die ambulante sozialpsychiatrische Versorgung bereitgestellt werden. Sommerfeld betonte schließlich, dass das Bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes ein tatsächliches Angebot an Hilfe bereitstelle, das Leben der Betroffenen also leichter mache, und kein Gesetz zur deren Stigmatisierung werde.

Homepage Ruth Müller