Landshuter Zeitung vom 5.10.2018 - Text und Bild
Malteser Niederaichbach stellten den ersten Herzenswunsch-Krankenwagen der Diözese vor
Obwohl sich vermutlich niemand wünscht, davon Gebrauch machen zu müssen, kann es doch jeden von uns treffen. Denn damit werden Wünsche erfüllt, bei denen es sich erwartungsgemäß um die „letzten Wünsche“ von unheilbar kranken Menschen handelt. Die Rede ist vom Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser in Niederaichbach, dem ersten überhaupt in der Diözese Regensburg.
Kürzlich fanden sich Ehrengäste an der Rettungswache der Malteser ein, um sich über das Projekt zu informieren, denn seit nunmehr 100 Tagen ist der Herzenswunsch-Krankenwagen im Einsatz. Nach der Begrüßung durch den Malteser-Ortsbeauftragten Herbert Wenk und seinen Dankesworten an alle Beteiligten, vor allem an Rainer Zollitsch als „Vater des Gedanken“, stellte Ingrid Zollitsch als Vertreterin der Diözesanleitung neben den Anfängen des Hospizgedankens auch die Entstehung der Überlegungen in der Diözese vor, bei den Maltesern in Niederaichbach einen Herzenswunsch-Krankenwagen zu stationieren. Außerdem ging sie auf anstehende Weiterentwicklungen wie die Ausbildung weiterer Helfer und die mögliche Installation zusätzlicher Standorte ein. Landrat Peter Dreier bezeichnete den Herzenswusch-Krankenwagen als „Projekt, das zu Herzen geht“. So wünsche er sich, dass solche Fahrzeuge flächendeckend zur Verfügung stehen würden. Außerdem mache es ihn stolz, dass es in unserer Region Menschen und Organisationen gibt, die solche Projekte auf die Beine stellen: „Unsere Gesellschaft ist mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen ein großes Stück reicher geworden“. MdL Ruth Müller, Schirmherrin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser in Landshut und Niederbayern, freute sich, dass das Projekt, bei dem der Mensch zählt, so schnell realisiert werden konnte. Außerdem betonte sie, dass „Betroffene dadurch für kurze Zeit ihr Leid vergessen können und ihre letzten Träume nicht unerfüllt bleiben müssen“. Anschließend stellte Projektkoordinatorin Rebecca Marchese, die zusammen mit ärztlichem Leiter Dr. Burkhard Pfaff, mit dem Leiter des Einsatzdienstes Ben Neumann und dem Leiter des Rettungsdienstes Florian Rott die Koordinierungsgruppe für den Herzenswusch-Krankenwagen bildet, das Projekt vor. Demnach wird damit das Angebot im Bereich des sozialen Ehrenamtes der Malteser nochmals erweitert. Ausgehend vom Leitsatz „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ stehen hier sterbende Menschen im Fokus, ehrenamtliche Helfer bemühen sich möglichst kurzfristig, deren letzten Herzenswunsch zu erfüllen. So fährt der Wagen Menschen in einer hospizlichen oder palliativen Situation zu einem Wunschziel ihrer Wahl. Dies kann ein Besuch zuhause, eine Familienfeier, ein Ausflug in die Berge oder an einen See sein, wobei die Koordinationsgruppe des Malteser Hilfsdienstes neben dem Transportmittel in der Regel auch die Organisation der Fahrt und die Bereitstellung des Fachpersonals übernimmt. Die Fahrt ist für die Betroffenen kostenlos, der Herzenswunsch-Krankenwagen wird komplett aus Spenden finanziert, weshalb natürlich finanzielle Zuwendungen jederzeit willkommen sind. Dies ließen sich die beiden jungen Spendensammler Anna-Lena und Johannes natürlich nicht zweimal sagen, und so waren sie mit ihren Sparbüchsen durch den Ort gezogen und übergaben nun das gesammelte Geld an Rebecca Marchese. Und auch Julia Dendl, bekannt aus der TV-Musiksendung „The Voice Kids“, unterstützt mit ihrem Benefizkonzert am 2. November im Bürgersaal Ergolding den Herzenswunsch-Krankenwagen. Im Anschluss hatten die Gäste die Gelegenheit, den Herzenswunsch-Krankenwagen zu besichtigen und sich in Gesprächen mit den anwesenden Maltesern über alles Wissenswerte zu diesem sozialen Projekt zu informieren. -go- Info Spendenkonto für den Herzenswunsch-Krankenwagen Pax Bank, IBAN: DE79 3706 0120 1201 2186 55, BIC: GENODED1PA7, Stichwort: Herzenswunsch. Weitere Infos auch unter www.malteser-landshut.de.
Bildunterschrift: Zahlreiche Gästefreuten sich über das soziale Projekt - darunter Malteser-Verantwortliche und Politiker aus der Region