SPD Adlkofen

Lebensmittelwendung statt Lebensmittelverschwendung!

Veröffentlicht am 05.03.2020 in Kommunalpolitik

SPD Vilsbiburg wirbt für einen anderen Umgang mit Nahrungsmitteln

 „Über 11 Mio. Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll“, so Sibylle Entwistle bei ihrer Begrüßung zur SPD-Veranstaltung im G´sellnhaus. Dies sei ein großes Missstand, weil dadurch aus empfundenem Überfluss heraus Ressourcen wie Wasser und Energie vergeudet werden, während immer noch über 800 Millionen Menschen weltweit Hunger leiden. Die Bürgermeisterkandidatin stellte in ihrem Grußwort fest, dass man mit diesem Thema wohl auch einen Nerv der Zeit getroffen habe, denn der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln rücke wieder ins Bewusstsein der Verbraucher.

Die Landshuter SPD-Landtagsabgeordnete und Landratskandidatin Ruth Müller hatte in ihrem Impulsreferat gleich ein paar Zahlen parat: Den Inhalt eines Brotkorbs, rund ein Kilo, schmeiße der Durchschnittsbürger in Deutschland pro Woche weg, denn ca. 55 Kilogramm Lebensmittel würden im Müll landen, über zehn Prozent davon seien Brot- und Backwaren. Dagegen vorzugehen sei nicht nur in Bezug auf Umwelt und Wirtschaft notwendig, sondern auch moralische Pflicht. Das EU-Parlament hat deshalb im Mai 2017 beschlossen, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Nun müssten aber auch konkrete Maßnahmen folgen. Die Politik sollte, so Müller, Lebensmittelspenden erleichtern, Regional- und Direktvermarktung fördern, für bessere Ernährungsbildung an Schulen sorgen und Tafeln unterstützen.

Doch auch jeder Haushalt könne dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Schließlich stelle in Industrienationen der Endverbraucher mit über 50% der Abfälle das größte Problem dar. Am einfachsten ließe sich dies durch gutes Vorausplanen und Einkaufslisten verhindern. Hilfreich sei außerdem, morgens ein Bild vom Inhalt des Kühlschranks machen – so sehe man unterwegs, was weg muss und könne entsprechend einkaufen.

Dreh- und Angelpunkt der Stadt Vilsbiburg ist hier für Entwistle der Wochenmarkt: „Man merkt schon, dass das Interesse der Verbraucher an regional erzeugten Lebensmitteln zunimmt“. „Soamit lernen die Verbraucher nicht nur die Herkunft der Produkte kennen und schätzen, sondern schauen auch selbst, ohne Haltbarkeitsdatum, ob die Lebensmittel noch genießbar sind.“

Zu einem anderen Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln mahnte auch Theresa Bergwinkl und berichtet über das Einkaufen von unverpackten Lebensmitteln. „Hier kann sich der  Kunde immer die passende Menge abholen, ohne zusätzlichen Müll zu erzeugen,“  so die Ortsvorsitzende der SPD Vilsbiburg.

Müller und Entwistle erinnerten sich an einen kürzlichen Informationsbesuch in der Vilsbiburger Tafel und sprachen ihre Anerkennung über das dort erfahrene ehrenamtliche Engagement, um zum einen Lebensmittel zu retten und zum anderen Menschen zu versorgen, die ein schmales Budget haben. Hier bedarf es Unterstützung durch Lebensmittelhändler und Landwirte, ehrenamtliche Spendenaktionen von Schulen und Vereinen seien dort auch immer willkommen.

Am Ende der Diskussion wurde deutlich, dass ein wichtiger Baustein auch die Ernährungsbildung – sowohl in der Schule als auch im Elternhaus sei. Ruth Müller, die die Diskussion moderierte, zog ein positives Fazit: Es gebe ein Umdenken und viele Ideen, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Aber nicht die Politik alleine könne das lösen, sondern jeder einzelne mit seinem Konsumverhalten und der Wertschätzung von Lebensmitteln. 

Homepage Ruth Müller