Altdorf. Die niederbayerischen SPD-Abgeordneten Rita Hagl-Kehl, MdB und Ruth Müller, MdL, beide Mitglieder im Landwirtschaftsausschuss der jeweiligen Parlamente, nutzten in einer sitzungsfreien Woche die Gelegenheit den Buchenthaler Hof, der im idyllischen Pfettrachtal liegt, zu besichtigen.
Hans Hohenester führte die Politikerinnen über den Hof und erklärte, dass dieser im Jahr 1990 auf ökologische Landwirtschaft umgestellt wurde und nach den Naturland-Richtlinien arbeite. Der Gedanke der Umstellung kam dadurch, dass auch seine Kinder eine langfristige Zukunft haben sollten und deshalb eine nachhaltige Bewirtschaftung unerlässlich ist. Der Schwerpunkt des Betriebes liegt auf der Schweinemast. Weitere Standbeine sind der Ackerbau und die Forstwirtschaft. Bei der Schweinemast ist die artgerechte Haltung das A und O. Gewährleistet wird diese durch genug Platz zur Bewegung in Form eines eingestreuten, überdachten Auslaufs. Die Schweine wachsen gesund auf. Sie erhalten rein pflanzliches Futter aus dem eigenen Betrieb und von benachbarten Naturland-Betrieben. Auf die Frage der Wirtschaftlichkeit seitens der Abgeordneten bestätigte Hans Hohenester, dass es einen großen Absatzmarkt für Bioschweine gäbe und sich ein höherer Preis durch die aufwendigere Haltung der Tiere rechtfertigen lasse. Der Verbraucher sei auch bereit, für artgerecht gehaltene Schweine einen höheren Preis zu bezahlen. Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller berichtete über die Aktivitäten der SPD-Landtagsfraktion, um den Ökolandbau zu unterstützen. So habe man beispielsweise eine verstärkte Förderung von Umweltleistungen beantragt die dann beispielsweise für freiwillige Leistungen im Tierwohl, Gewässerschutzprogramme oder Heckenpflege verwendet werden könnten.
Natürlich war auch die von der ehemaligen EU-Kommission geplante Novelle der EU-Öko-Verordnung ein Thema. Hans Hohenester kritisierte als betroffener Landwirt und als Vorsitzender von Naturland e. V. die vorgeschlagene Novelle massiv. Hierbei konnte ihm die Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl nur beipflichten und verwies auf ihren eigenen - von allen Fraktionen unterstützen - Antrag im Bundestag. Dieser gibt der Bundesregierung die Leitlinien für die Verhandlungen in Brüssel vor. Weiterhin betonte Rita Hagl-Kehl, dass die Prozesskontrolle das Herzstück des ökologischen Landbaus sei und beibehalten werden müsse. „Im ökologischen Landbau kommt es nicht nur darauf an, welche Rückstände man am Ende nachweisen kann, sondern auf welche Art und Weise die Tiere gehalten und wie die Produkte angebaut werden. Nur so ist der Verbraucher auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen, “ erklärte die Bundestagsabgeordnete.