
Die niederbayerischen SPD-Abgeordneten fordern die Staatsregierung nach ihrem traditionellen Gespräch mit Vertretern des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV).
Eine neue Besoldung für Leiter von Grund- und Mittelschulen sowie zusätzliche Stellen der dortigen Verwaltungsangestellten, die sich nach Größe der Schule und Zusammensetzung der Schüler richten - Das fordern die drei SPD Abgeordneten aus Niederbayern nach ihrem traditionellen Gespräch mit Vertretern des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV). Natürlich wurde auch die seit Jahren unzureichende Personalausstattung der niederbayerischen Grundschulen und Mittelschulen thematisiert.
Um sich ein genaues Bild von der aktuellen Situation der Schulleiter und Mitarbeiter in den Verwaltungen der Schulen zu machen, hatte Ruth Müller, MdL (Landshut), im Namen von Johanna Werner-Muggendorfer, MdL (Kelheim) und Bernhard Roos, MdL (Passau) zwei Anfragen an die Staatsregierung gestellt, in denen um Auskunft über die demographischen Auswirkungen für Schulleiter an den Grund- und Mittelschulen in Niederbayern sowie die Arbeitsbelastung der Verwaltungskräfte dort gebeten wurde. Laut Kultusministerium (KM) „ist eine ausgewogene Altersstruktur bei den Schulleitungen in Niederbayern gewährleistet.“ Was die Angestellten im Verwaltungsbereich betrifft, seien auch dort wegen der geringfügigen Veränderungen der Schülerzahlen in den Schuljahren 2013/14, 2014/15 und 2015/16 keine Maßnahmen notwendig, zudem sei man für besondere Anforderungen gewappnet.
Die Antworten der Staatsregierung stellen die SPD-Abgeordneten aber keinesfalls zufrieden. „Die Zahlen würden zwar statistisch schon passen, entsprechen aber nicht mehr der Realität des Schulalltags und sind keinesfalls praktikabel“, so Ruth Müller, die auf die Haushaltsanträge der SPD-Landtagsfraktion zum Doppelhaushalt 2017/18 verweist, in denen die SPD deutliche Verbesserungen fordert.
Im Einzelnen müssen derzeit in Niederbayern zwei Stellen für Schulleiter und drei für Konrektoren für das aktuelle Schuljahr noch einmal ausgeschrieben werden, da sie zum Einstellungszeitpunkt (1. August) nicht besetzt werden konnten. Bis zum Schuljahr 2018/19 werden 81 Schulchefs und deren Stellvertreter in den Ruhestand versetzt. Pro Stelle sind laut KM für die Nachfolge zwei bis drei Bewerbungen zu erwarten.
Für ihre neue Führungsaufgabe werden die Anwärter in Niederbayern unter anderem in Fortbildungen auf regionaler und lokaler Ebene vorbereitet und je nach Größe der von ihnen zu leitenden Schule bezahlt, nach Angaben des Kultusministeriums „wird die finanzielle Attraktivität der Schulleiterfunktion damit erhöht“ und auch in Niederbayern sei so auf dieser Ebene „eine ausgewogene Altersstruktur gewährleistet.“
Die Mitarbeiter der Verwaltung an Grund- und Mittelschulen im Freistaat werden nach Stundenkontingenten bezahlt, die sich nach der Zahl der Klassen richten. Wegen der weitgehend konstanten Schülerzahl sei da bisher jedoch keine Anpassung notwendig gewesen. Zudem hätten „eventuelle Mehrbedarfe einzelner Schulen in diesem Rahmen aufgefangen werden können.
Was die Entwicklung an den Schulen betrifft, würden zum Beispiel die Übergangsklassen (für Migranten) doppelt gezählt, Schulen mit gebundenen Ganztagsangeboten erhielten zudem für die Verwaltungsangestellten konkrete Stundenzuschläge.
Neben den Besoldungsstrukturen, kam beim dem Gespräch zwischen den SPD-Politikern und Lehrervertretern auch der aktuelle Lehrermangel an den Grund- und Mittelschulen in Niederbayern zur Sprache, wo 30 Vollzeitstellen (entspricht 900 Lehrerstunden) nicht besetzt sind.
Bernhard Roos fragte bei der Staatsregierung ab, ob zugunsten einer funktionierenden mobilen Reserve im Wege von Akutmaßnahmen die Lotsenfunktion von Grundschullehrern an Gymnasien und die Evaluation durch Lehrkräfte zumindest teilweise ausgesetzt werden könnten, um die allgemeine Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Hierzu stellte das Kultusministerium klar, dass schon seit März 2000 bei Versorgungsschwierigkeiten eines Schulamtsbezirkes auch ein schulamtsübergreifender Einsatz der Mobilen Reserve ermöglicht werde. Dass die derzeitige Personaldecke unzureichend ist, musste das Ministerium indirekt einräumen, in dem mitgeteilt wurde, dass derzeit weiterhin intensive Maßnahmen der Personalgewinnung für die jährlichen Aufstockungen der Mobilen Reserve insbesondere in den Wintermonaten erfolgten. Um hier Abhilfe zu schaffen, fordern die Abgeordneten „Akut-Maßnahmen.“ Zudem mahnen die drei SPD-Politiker „für Förderlehrer eine Ausbildungsstätte in Niederbayern“ an. Außerdem müsse im Regierungsbezirk Niederbayern „über eine neue Finanzierung der Ganztagsschulen nachgedacht werden.“
Bildunterschrift: Setzen sich für eien bessere Bildung ein: Die drei niederbayerischen SPD-Abgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer(re.), Ruth Müller(li.) und Bernhard Roos (Mitte)