
SPD-Marktgemeinderatskandidaten
Filiz Cetin will Geschichte schreiben
Mirskofen. Nach neun Wahlinformationsveranstaltungen in den verschiedenen Ortsteilen der Marktgemeinde Essenbach präsentierte sich die SPD-Bürgermeisterkandidatin zur Abschlussveranstaltung in ihrem Wohnort Mirskofen. Großen Zuspruch hatten Filiz Cetin sowie die zwölf Kandidatinnen und zwölf Kandidaten in den vergangenen Wochen auch bei den vielen Infoständen und den zahlreichen Hausbesuchen erhalten, sodass man sich gut gerüstet und zuversichtlich für die bevorstehenden Wahlen sieht.
Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Essenbach-Altheim-Mirskofen, Erhard Fleischmann, unterstrich in seiner Eröffnungsrede, dass die SPD heuer mit einer hervorragenden Liste aus kompetenten, engagierten und motivierten Frauen und Männern angetreten sei und als Volkspartei mit einer über 150-jährigen bundesweiten Tradition im neuen Marktrat unbedingt stärker vertreten sein müsse. Noch dazu schickt die SPD mit Filiz Cetin die einzige Frau ins Rennen um das Amt des künftigen Rathauschefs schicke. „Es verspricht spannend zu werden“, so Fleischmann.
Dass sie das Zeug zur Bürgermeisterin hat, konnte die 37-jährige Filiz Cetin in ihrer Vorstellung glaubhaft darstellen. Die gebürtige Schwäbin ist Mutter eines zehnjährigen Sohnes und arbeitet als Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen bei einer großen, überregionalen Krankenkasse. Derzeit absolviert sie ein Jurastudium an der Fernuniversität Hagen. „Juristische Kompetenz spielt auch in der Gemeindepolitik eine wichtige Rolle“, so Cetin, die sich dadurch auch für diesen Bereich der kommunalen Amtsführung gut gerüstet sieht.
Zur Unterstützung ihrer Ziele und Vorstellungen hat Cetin ein Kompetenznetzwerk geknüpft, auf das sie stets zurückgreifen kann. So machte sie am Beispiel der vom SPD-Bürgermeister Franz Göbl geleiteten Gemeinde Buch am Erlbach deutlich, wie wichtig eine demografiegerechte Kommune sei. Sie wolle hier gemeinsam mit dem Marktgemeinderat, Experten und den Bürgern Konzepte entwickeln, um Essenbach generationengerecht zu gestalten. Auch für die Wiederbelebung der Bahnhaltepunkte in Mirskofen und Ahrain habe sich die SPD bereits bei der Fortschreibung des Regionalverkehrsplans eingesetzt. Zur Verbesserung der Mobilität von Jung und Alt müssen beim Beförderungsangebot neue Wege beschritten werden. Neben einer ÖPNV-Ausweitung denken die Sozialdemokraten dabei auch an Individuallösungen wie ein Anrufsammeltaxi-System oder das derzeit in Altdorf erprobte Rufbus-System, das unkompliziert und bedarfsgerecht eingesetzt werden kann, vor allem in den entlegeneren Ortsteilen.
Natürlich liegt der Bürgermeisterkandidatin auch das Bildungssystem am Herzen, das mittlerweile aus fast jedem Kind einen Fahrschüler mache. Täglich verlassen rund 800 Kinder die Gemeinde Essenbach, um einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben, was nicht nur den Gemeindehaushalt stark belastet, sondern sich auch auf die verfügbare Freizeit der Kinder auswirkt. „Ich werde mich für ein wohnortnahes Schulkonzept einsetzen, bei dem die Kinder in ihrer Heimatgemeinde möglichst alle Schulabschlüsse erreichen können“, so Cetin engagiert. Ergänzend dazu müssen die bestehenden, wohnortnahen Grundschulen erhalten bleiben, ganz nach dem Grundsatz „Kurze Beine – kurze Wege“. Hierzu ist es natürlich notwendig, dass die Marktgemeinde für junge Familien attraktiv bleibt. „Der Ausbau des Glasfasernetzes ist hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, bekräftigte Cetin, „da hat der bisherige Marktgemeinderat die richtigen Weichen gestellt.“
Alle anwesenden Marktgemeinderatskandidaten stellten sich den Zuhörern vor und erläuterten ihren beruflichen Werdegang sowie ihre persönliche Motivation für ihre Kandidatur. Finanzen, Energiewende, Landwirtschaft, Bauleitplanung, Kultur, Bildung, ÖPNV und soziale Projekte zählten zu den Themenschwerpunkten, die die 24 Kandidaten durch ihre Fachkompetenz abdecken können.
Auch die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard war nach Mirskofen gekommen, um die Ziele der SPD für den Landkreis Landshut zu präsentieren. Vom Umweltschutz im Mettenbacher Moos bis hin zur flächendeckenden medizinischen Versorgung trage der Landkreis Landshut Verantwortung. Eine klare Absage erteilte sie ständig steigenden Sätzen bei der Kreisumlage aber auch bei der Privatisierung von kommunalen Aufgaben. Das Trinkwasser müsse in kommunaler Hand bleiben, ebenso wie es dabei bleiben müsse, dass die Krankenhäuser in Achdorf, Vilsbiburg und Rottenburg in kommunaler Trägerschaft verbleiben. Auch will sich die Landratskandidatin für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft und die Wiederbelebung der Bahnhöfe im Landkreis Landshut einsetzen.
In seinem Schlusswort ging Erhard Fleischmann noch darauf ein, dass die SPD wie keine andere Partei für die Gleichberechtigung und das Wahlrecht der Frauen gekämpft habe. Die Essenbacher könnten nun Geschichte schreiben, indem sie mit Filiz Cetin erstmals eine Frau zur Bürgermeisterin wählten.