Besuch der SPD-Abgeordneten im Krankenhaus Freyung
Im Rahmen ihrer Sommerreise durch Niederbayern haben die drei SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller, Johanna Werner-Muggendorfer sowie Bernhard Roos auch gesundheitspolitische Aspekte betrachtet. So zählten die Kliniken Am Goldenen Steig zu den Stationen der zweitägigen Tour. MdB Rita Hagl-Kehl, Kreisrat des Landkreises Freyung-Grafenau Axel Scherzer, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Gerald Wagner sowie die Vereinsmitglieder Alfred und Sigrid Ellinger schlossen sich der Gesprächsrunde mit Krankenhausdirektor Christian Hofbauer an.
Hofbauer gab zu Beginn einen Überblick über die Entwicklungen der Kliniken, seitdem der Kreistag im Jahr 2015 die Schließung des Krankenhauses Waldkirchen beschlossen hatte. Die Gründe für diese Entscheidung sind vorwiegend personeller Art. So sei es schwierig, Ärzte zu akquirieren und auch der Fachkräftemangel im Bereich der Pflegekräfte mache den Krankenhäusern zu schaffen, erläuterte der Krankenhausdirektor. Stolz berichtet er, dass alle Bereiche außer der Wäscherei von den Kliniken selbst getragen werden. Dies stößt nicht nur bei den Abgeordneten auf breite Zustimmung. Ruth Müller als Mitglied des Gesundheitsausschusses verwies auf die ausgebliebenen finanziellen und qualitativen Verbesserungen bei Kliniken, die Kernbereiche ausgegliedert haben. Auch die Auslagerung koste Geld.
Bedauernd äußerten sich die Gesprächsteilnehmer darüber, dass gynäkologische Praxen keine Geburtshilfe mehr an Krankenhäusern leisten. Die Bereitstellung von Geburtshilfeeinrichtungen mit dem nötigen Personal müsse ein zentrales und essentielles Anliegen der Gesellschaft sein. MdL Roos sieht die hohen Risiken aller Beteiligten, die Entwicklungen der Versicherungsprämien sowie die schlechte Bezahlung als Ursache für den Rückgang an Hebammen. MdB Hagl-Kehl lobte indes die Geburtshilfe und die Betreuung durch die Wöchnerinnen am KH Freyung ausdrücklich. Sie habe hier bei und nach der Geburt ihrer Kinder sehr gute Erfahrungen gemacht.
Im Rahmen der Schließung des Krankenhauses Waldkirchen werden im Landkreis Freyung-Grafenau insgesamt 30 Planbetten eingespart. Ein Überangebot sei laut Hofbauer im Landkreis daher nicht zu verzeichnen. Ruth Müller dazu: „Die Betten müssen nicht nach Strecke, sondern nach der Zeit verteilt werden, die ein Patient dorthin braucht.“
Problematisch sieht Hofbauer die Personalkostensteigerung durch die neue Entgeltordnung und Tarifabschlüsse. Er nennt eine Steigerung seit 2000 um rund 64 Prozent und verweist auf die Schwierigkeit der Krankenhausfinanzierung. Einigkeit herrschte darüber, dass Landkreise und Kommunen dazu nicht in der Lage sind, diese Steigerungen auszugleichen. Der Bundesausschuss sollte sich baldmöglichst mit der Thematik auseinander setzen. Möglich wäre laut Ruth Müller beispielsweise die Erhöhung des Investbeitragszuschusses. Krankenhausdirektor Hofbauer brachte seinerseits einen Lösungsvorschlag: Bestimmte Investgüter, z.B. aus dem IT-Bereich, von der Förderung ausschließen und gesondert bezuschussen. Landtagskollege Roos fügte an: „Es darf keinen Automatismus zwischen Betteneinsparung und Förderung der Krankenhäuser geben.“
Die Abgeordneten und Ortsvereinsmitglieder dankten Christian Hofbauer für seine Ausführungen und betonten die Bedeutung der Kliniken Am Goldenen Steig für den Landkreis Freyung-Grafenau sowohl in Sachen Gesundheitsversorgung als auch als enormen Wirtschaftsfaktor.