MdB Florian Pronold informierte sich über den Bau einer Windkraftanlage in Mosthann
Ab Jahresende Stromerzeugung durch Windkraft – Fukushima-Jahrestag als Mahnung begreifen
Moosthann/Postau. „Bis Ende des Jahres soll hier ein Windrad stehen und zum Jahresende Strom produzieren “, informierte Hans Sarcher, Zweiter Bürgermeister der Stadt Vilsbiburg am Samstag die SPD-Politiker MdL Ruth Müller und MdB Florian Pronold beim Ortstermin an einem Waldgrundstück nahe Moosthann in der Gemeinde Postau. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5,1 Millionen Euro entsteht hier die erste Windkraftanlage seit der Energiewende. Bei seinem Besuch wollte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit persönlich ein genaues Bild von der im Bau befindlichen Anlage machen und gleichzeitig anlässlich des Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf die Wichtigkeit der Energiewende hinweisen.
Weiter erläuterte Hans Sarcher die wichtigsten Eckdaten der Anlage: Die Hauptinvestoren sind die Stadtwerke Vilsbiburg, mit bis zu 20 Prozent können sich die Grundstückeigentümer und die Gemeinden Ergoldsbach und Postau beteiligt werden. Die Nabenhöhe beträgt 135 Meter, der Rotordurchmesser 101 Meter. Die vom Generator gelieferte Leistung von drei Megawatt wird ins Stromnetz eingespeist. (Jahresertrag zirka 6,5 Millionen Kilowattstunden).
Der Vorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft Essenbach Martin Hujber erklärte, man begrüße es sehr, wenn geeignete und relativ windsichere Standorte im Landkreis Landshut für die Stromerzeugung durch Windkraft genutzt werden sollen. Diese sinnvolle Ergänzung zur Solarenergie dürfte für private, örtliche wie auch für überregionale Investoren gleichermaßen interessant sein. Nicht zuletzt bedeute dies auch mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung.
Nach Darlegung aller relevanten Fakten und einer kurzen Diskussion darüber wertete auch Florian Pronold den Standort als ideal, zumal für die Realisierung augenscheinlich lediglich sanfte Eingriffe in die Natur erforderlich sind. Zudem verbleibe die Wertschöpfung aus dem Projekt in der Region was bedeute, dass sowohl die Grundstückseigentümer wie auch die Gemeinde davon profitieren. Bildlich gesprochen: Elektrische Energie aus Windkraft trägt zur Finanzierung öffentlicher Einrichtungen wie beispielsweise den örtlichen Kindergarten bei.
Ruth Müller ergänzte man habe die Regionalplanung glücklicherweise so rechtzeitig eingereicht, dass diese noch für verbindlich erklärt werden konnte. Das Projekt könne somit nicht mehr einfach gestoppt werden und die von Ministerpräsident Horst Seehofer initiierte 10H-Regelung bleibe wenigstens in diesem Fall wirkungslos. Werden Seehofers Vorschläge Realität, bedeute dies allerdings quasi das Aus für weitere Windkraftanlagen im Landkreis und damit einen Rückschritt bei der Energiewende.
Foto: Stadträtin Theresia Bergwinkl (Mitglied im Werksausschuss) und Vize-Bürgermeister Hans Sarcher aus Vilsbiburg erläuterten Fakten zum Windrad und diskutierten diese mit Florian Pronold, Ruth Müller und Martin Hujber (von rechts)