SPD diskutierte mit MdL Ruth Müller über Facharztversorgung
Zu einer Diskussionsrunde über die Gesundheitspolitik im Landkreis Landshut hatte die SPD-Vilsbiburg die Landtagsabgeordnete Ruth Müller eingeladen, die Mitglied im neuen Ausschuss „Gesundheit und Pflege“ im Bayerischen Landtag ist. Die Landtagsabgeordnete ist seit 18 Jahren Kreisrätin im Landkreis Landshut und seitdem auch im Verwaltungsrat der LAKUMED-Krankenhäuser dabei und hat daher die Wandlung der Kreiskrankenhäuser hin zu modernen Gesundheitszentren mit medizinischen Schwerpunkten begleitet.
„80 Prozent aller ärztlichen Leistungen in Landshut werden für Patienten aus dem Umland erbracht – neben Wismar liegt die niederbayerische Stadt damit bundesweit an der Spitze“, berichtete Müller. Was sich auf den ersten Blick positiv anhöre, bedeute in der Realität für die Bürgerinnen und Bürger, die nicht in Landshut wohnen, weite Wege zum Arzt. Orthopädische Praxen gebe es beispielsweise im Landkreis Landshut nicht, aufgrund der hohen Versorgungsquote in der Region könne sich derzeit auch kein neuer Orthopäde mehr niederlassen. Zweigpraxen seien für die Ärzte finanziell nicht attraktiv, da sie mit dem vorhandenen Budget arbeiten müssten.
Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und der damit verbundenen sinkenden Mobilität wird dies eine der größten Herausforderungen sein, eine Facharzt- und Hausarztversorgung für die ländlichen Regionen auf Dauer sicherzustellen. „Kurze Wege müssen auch in der Gesundheitspolitik gelten“, so Müller. In Vilsbiburg habe man in den letzten Jahren viel in die Gesundheitsversorgung für den südlichen Landkreis investiert, konnte Kreisrat Hans Sarcher berichten, der ebenfalls im Verwaltungsrat von LAKUMED tätig ist. So wurde das „Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe“ neu gebaut und das einzige Hospiz Niederbayerns in Vilsbiburg errichtet, was ein Segen für Menschen in ihrer letzten Lebensphase sei.
Empfindlich geschwächt habe das medizinische Angebot in der Region allerdings die Entscheidung der KVB (kassenärztlichen Vereinigung Bayerns), die Ermächtigungen für die Vilsbiburger Ärzte am Krankenhaus nicht mehr zu verlängern. Dadurch hätten die Bürgerinnen und Bürger aus dem Süden des Landkreises künftig deutlich weitere Wege zu den Fachärzten in der Stadt Landshut, wobei das Vilsbiburger Krankenhaus direkt vor der Haustür liege, so Hans Sarcher. Müller machte dazu deutlich, dass der Zulassungsausschuss der KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) derzeit im Rahmen der Selbstverwaltung entscheide, ob sich weitere Fachärzte in der Region niederlassen dürfen und ob beispielsweise Krankenhäusern „Ermächtigungen“ für ambulante Behandlungen erteilt werden.
Um bei strittigen Entscheidungen, die zu Lasten der Patienten gehen, Abhilfe zu schaffen, wolle die SPD im Bayerischen Landtag ein Landesgremium nach §90a SGB 5 auch in Bayern einrichten. Dieses Gremium könne für die Planung der niedergelassenen ärztlichen Versorgung Empfehlungen insbesondere im Hinblick auf die Über- und Unterversorgung aussprechen, konnte MdL Ruth Müller berichten.