
Ruth Müller: Pflegeberufe besonders vom Gesundheitsschutz betroffen
Die Ansprüche von Gesellschaft und Arbeitsmarkt an die Arbeitnehmer verändern sich stetig – insbesondere durch einen schnelllebigen Arbeitsalltag und den Demographischen Wandel.

Ruth Müller: Pflegeberufe besonders vom Gesundheitsschutz betroffen
Die Ansprüche von Gesellschaft und Arbeitsmarkt an die Arbeitnehmer verändern sich stetig – insbesondere durch einen schnelllebigen Arbeitsalltag und den Demographischen Wandel.
„Zur Prävention sind Maßnahmen des Gesundheitssektors zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz wichtiger denn je. Umso bedeutender sind die Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung“, so die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller. In ihrer Anfrage wollte sie auch explizit wissen, welche Präventionsmaßnahmen es für die Menschen in Pflegeberufen gebe.
„Die betriebliche Gesundheitsförderung bzw. mit einem komplexeren Ansatz das betriebliche Gesundheitsmanagement kann als eine Weiterentwicklung des bestehenden Arbeitsschutzes betrachtet werden. Maßnahmen in diesem Zusammenhang seien jedoch für die Arbeitgeber rein freiwillig“, so die Gesundheitsministerin in ihrer Antwort. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der aktuellen Entwicklungstendenzen im Arbeitsschutz wurde vom Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) ein kostenloses Konzept für ein „Ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagementsystem GABEGS" entwickelt, erfuhr Müller weiter. „Weitere Unterstützungen gewährt die Staatsregierung den Betrieben bei der Einführung und Umsetzung der Betrieblichen Gesundheitsförderung nicht“, kritisierte die Landshuter Abgeordnete die entscheidende Antwort auf Ihre Anfrage.
Die Situation in Senioren- und Pflegeheimen
„Neben der Tatsache, dass in der stationären Altenhilfe von hohen Belastungen für die professionell Pflegenden auszugehen ist, kommt hinzu, dass sich der demografische Wandel auch auf die künftige Anzahl der Pflegekräfte auswirken wird. Einrichtungen werden aufgrund eines geringeren Zustroms an Nachwuchskräften dafür Sorge zu tragen haben, dass ihre Beschäftigten möglichst lange gesund und damit arbeitsfähig bleiben. Hier setzt die betriebliche Gesundheitsförderung an, um erhöhte quantitative, körperliche und emotionale Anforderungen in der stationären Altenhilfe im Sinne des Arbeitsschutzes abzumildern“, räumt die Gesundheitsministerin in ihrer Antwort ein.
„Da eine Tätigkeit in der stationären Versorgung pflegebedürftiger Menschen unzweifelhaft mit deutlichen physischen und psychischen Belastungen einhergehe, bedarf es eines Bündels von Maßnahmen. Diese müssen sich auf die Veränderung der Arbeitsorganisation, ergonomische Maßnahmen, Beschaffung von Hilfsmitteln bis hin zur Unterstützung für individuelles Gesundheitsverhalten durch Schulungen erstrecken“, so Müller.
Derzeit werde im Gesundheitsministerium ein Bayerischer Präventionsplan erarbeitet, um ein Netzwerk aufzubauen, damit in möglichst vielen Betrieben ein effektives Gesundheitsmanagement eingeführt werden kann. Allerdings gebe es keine Fördermaßnahmen zur Ausbildung oder Bereitstellung von Personal in den Betrieben. „Betriebliche Gesundheitsförderung ist primär Angelegenheit der Betriebe, die sich hinsichtlich einer personellen Projektbegleitung entsprechender Maßnahmen externer Hilfe, wie durch die arbeitgeberfinanzierte Berufsgenossenschaft, bedienen können“, lautete die Antwort der Gesundheitsministerin.
Betriebe können sich in Modellprojekte einklinken
Lediglich einige Modellprojekte fördere das Ministerium im Rahmen der Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern. im Bereich der „Gesunden Arbeitswelt". Das Spektrum der Antragsteller und Projektteilnehmer sei vielfältig und schließe Vereine, Wohlfahrtsorganisationen, Universitäten und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes mit ein. Ziel der Gesundheitsinitiative sei insbesondere die Förderung und Begleitung von Präventionsmaßnahmen in den Bereichen „ Gesunde Ernährung und Bewegung“, „Rauchfrei Leben“, „Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol“, „Gesunde Arbeitswelt“, „Gesundheit im Alter“ und „Prävention von psychischen Erkrankungen“. „Interessierte Unternehmen können für Modellprojekte im Bereich der „Gesunden Arbeitswelt" Fördermittel der Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern. beantragen“, informiert Ruth Müller. Auch die Krankenkassen in Bayern initiierten und unterstützten im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung Projekte, die den Aufbau eines strukturierten betrieblichen Gesundheitsmanagements zum Gegenstand haben, so Müller.
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