
Auch in diesem Jahr lud die Landtagsabgeordnete rund um den Internationalen Frauentag zu einem politischen und gesellschaftlichen Austausch ein. Etwa 90 Gäste – darunter auch einige Männer – kamen zum Frauenempfang in den Rottenburger Bürgersaal, um sich über Gleichberechtigung und Frauenrechte auszutauschen.
Im Mittelpunkt des Abends stand der beeindruckende Film „Sternstunde ihres Lebens“, der das Wirken von Elisabeth Selbert, einer der vier „Mütter des Grundgesetzes“, eindrucksvoll beleuchtet. Ihr unermüdlicher Kampf dafür, dass der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz aufgenommen wurde, war damals alles andere als selbstverständlich. Trotz großer Widerstände in der Politik konnte sie mit einer landesweiten Kampagne viele Frauen mobilisieren und schließlich den entscheidenden Durchbruch erzielen.
Auch wenn das Grundgesetz vor 75 Jahren verabschiedet wurde, sind viele Forderungen von damals noch immer nicht vollständig eingelöst. Bis 1957 durften Frauen nur mit Zustimmung ihres Mannes arbeiten, das Recht auf freie Berufswahl ohne Erlaubnis des Ehemanns wurde erst 1977 Realität. Themen wie die Lohnlücke, ungleiche Verteilung der Care-Arbeit oder die fehlende Parität in Führungspositionen sind bis heute drängend.
Ruth Müller machte in ihrer Ansprache deutlich, dass der Einsatz für Gleichberechtigung weitergehen muss. Sie setzt sich in Bayern besonders für politische Bildung und Aufklärung ein – zum Beispiel durch Diskussionen an Schulen, um junge Menschen für ihre Rechte zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich politisch zu engagieren.
Der Film regte zu intensiven Gesprächen an. Viele Gäste fühlten sich darin bestärkt, sich weiterhin aktiv für Frauenrechte einzusetzen. Anja König, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion in Landshut und Direktkandidatin für den Bundestag, sprach in ihrem Grußwort über weiterhin bestehende Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt und Gesellschaft.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Abends war die Vorstellung des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser Landshut durch die ehrenamtliche Stadtbeauftragte Corinna Kuhnt. Die Veranstaltung endete mit einem Spendenaufruf für diesen wertvollen Dienst.
Ruth Müller zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch zum Frauenempfang und unterstrich: „Echte Begegnungen und echte Gespräche sind gerade in Zeiten digitaler Kommunikation wichtiger denn je. Der Kampf für Gleichberechtigung geht weiter – und jede und jeder kann dazu beitragen.“