Unsensibler Umgang mit Patientin
MdL Müller zur fachärztlichen Versorgung im ländlichen Raum
„80 Prozent aller ärztlichen Leistungen in Landshut werden für Patienten aus dem Umland erbracht – neben Wismar liegt die niederbayerische Stadt damit bundesweit an der Spitze“ – so ist es im Versorgungsatlas nachzulesen und wurde im Forum der KVB 2012 veröffentlicht. Was auf den ersten Blick positiv aussieht, zeigt aber ganz deutlich, dass Fachärzte auf dem Land Mangelware sind. Der in der Landshuter Zeitung vom 5. Dezember 2013 aufgegriffene Fall einer jungen Frau zeigt erschreckend auf, wie weit Theorie und Praxis bei der Planung der Facharztsitze auseinander liegen, stellt die Landtagsabgeordnete Ruth Müller fest. Die Politikerin, die auch im Verwaltungsrat der LAKUMED-Krankenhäuser sitzt, hat auch dort schon die Erfahrung gemacht, dass durch die „Nichtverlängerung“ der Ermächtigungen am Krankenhaus Vilsbiburg durch die KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns) die Facharztsituation im südlichen Landkreis für die Bevölkerung schlechter geworden ist.
Wenn dann bei den Landkreis-Gesundheitstagen als Lösung des Problems eine Verbesserung des ÖPNV durch den Landkreis vorgeschlagen wird, sei das mehr als hanebüchen, so Müller. Die Landtagsabgeordnete ist im neugegründeten Ausschuss „Gesundheit und Pflege“ im Landtag tätig. „Erst am Dienstag fand die letzte Sitzung statt, bei der Staatsministerin Melanie Huml die Schwerpunkte der Arbeit darlegte“, berichtet die Landshuter Abgeordnete.
„Prävention solle auf allen Ebenen stattfinden und zudem die flächendeckende medizinische Versorgung auch in den ländlichen Räumen sichergestellt werden“. Brustkrebs gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen und deshalb spiele gerade hier das Thema „Vorsorge“ eine große Rolle. Bei jedem Frauenarztbesuch werde man auf die Wichtigkeit der Eigenkontrolle und –untersuchung hingewiesen. Der unsensible Umgang mit der verängstigten jungen Frau aus Landshut sei für Müller deshalb nicht nachvollziehbar. Sie werde die Berichterstattung zum Anlass nehmen, in der nächsten Plenarwoche eine Anfrage an die Staatsregierung zu stellen, inwieweit die Facharztversorgung im Bereich der Gynäkologie als zureichend eingestuft werde, wenn zugleich Wartezeiten von mehreren Wochen bei Notfällen angegeben werden.