
Energiepolitischer Sprecher Ludwig Wörner, MdL gemeinsam mit Landtagskandidaten Ruth Müller, Dr. Bernd Vilsmeier und Peter Stranninger bei Bürgerenergie in Essenbach

Energiepolitischer Sprecher Ludwig Wörner, MdL gemeinsam mit Landtagskandidaten Ruth Müller, Dr. Bernd Vilsmeier und Peter Stranninger bei Bürgerenergie in Essenbach
„Hinter uns ist das Kernkraftwerk Isar 2 – vor uns sind 2,2 Megawatt Photovoltaik“ – mit diesem Ausblick begrüßte der Vorsitzende der Bürger-Energie-Genossenschaft Martin Hujber den Landtagsabgeordneten Ludwig Wörner in der Gemeinde Essenbach. Gemeinsam mit den Kreisvorsitzenden aus Landshut, Dingolfing und Straubing, Ruth Müller, Dr. Bernd Vilsmeier und Peter Stranninger besuchte Wörner am Dienstag Nachmittag verschiedene Gemeinden in den drei Landkreisen, um energie- und umweltpolitische Schwerpunkte zu diskutieren. Mit dabei war auch Filiz Cetin vom SPD-Ortsverein Essenbach.
Bürgermeister Fritz Wittmann stellte die Anlage, die im Juli 2012 ans Netz gegangen ist, kurz vor. Zwei Kilometer entlang der Autobahn habe man am Lärmschutzwall die PV-Anlage aufbauen können und damit rund 3 Millionen Euro investiert. Rund 500 Bürgerinnen und Bürger sind Anteilseigner in der Bürgerenergie-Genossenschaft, Anteile gebe es schon ab 500 Euro, beschrieb Wittmann die Entstehungsgeschichte. Im Gegensatz zu Großkonzernen, die durch Verlagerungen die Steuerzahlungen reduzieren können, habe man durch die Photovoltaik langfristig auch eine sichere Einnahmequelle.
„Zwei Jahre nach Fukushima geht es bei der Energiewende nur schleppend voran“, stellte die Kreis- und Fraktionsvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut, Ruth Müller fest. Nur dank vieler engagierter Bürger seien auch im Landkreis Landshut Energie-Genossenschaften entstanden, hätten die Menschen in erneuerbare Energien investiert und so die Energiewende „selbst in die Hand“ genommen.
MdL Ludwig Wörner kritisierte, dass keine Maßnahmen zur Kompensation des in den kommenden Jahren wegfallenden Atomstroms von der Staatsregierung angegangen worden seien. „Ich befürchte, dass die Staatsregierung längere Laufzeiten der Kernkraftwerke billigend in Kauf nimmt oder insgeheim sogar darauf hinarbeitet“, stellte Wörner fest. Doch es gäbe viel zu tun, denn die Zeit drängt, stellte Wörner klar: Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld wird in zweieinhalb Jahren, Gundremmingen B in viereinhalb Jahren, Gundremmingen C in achteinhalb Jahren und Isar 2 in neuneinhalb Jahren abgeschaltet. Die Stromerzeugung dieser Kraftwerke gilt es zu ersetzen und das geht nicht mit Lippenbekenntnissen.
Wenn der bayerische Ministerpräsident jetzt wieder eine Kehrtwende bei der Windenergie macht, indem er von seinem Ziel, 1.500 Windräder zu bauen, mit der Forderung nach einer höheren Abstandsregelung wieder abrückt, sei dadurch der Ausbau der erneuerbaren Energien gefährdet. Hinzu komme aber auch noch, dass die Investoren verunsichert werden. Die Energiewende braucht verlässliche Entscheidungen aus der Politik, wenn langfristig die erneuerbaren Energien zu einer Dezentralisierung und Demokratisierung der Energieversorgung beitragen sollen, so Ruth Müller.
„Unser Landkreis muss ein atomkraftwerkfeier Landkreis werden“, erteilten die Sozialdemokraten schwarz-gelben Gedankenspielen zu einer Laufzeitverlängerung eine klare Absage.
Foto:
Zwischen Solar- und Kernenergie - Besuch bei der Bürgerenergie-Genossenschaft in Essenbach.
Bernd Vilsmeier, Ludwig Woerner (MdL), Fritz Wittmann (Bgm.), Peter Stranninger, Filiz Cetin, Ruth Müller, Martin Hujber (v. l.)
Homepage Ruth Müller