SPD Adlkofen

Ein Dasein in Würde

Veröffentlicht am 14.01.2014 in Gesundheit

Kirchenvorstand besucht Seniorenheim in Pattendorf

„Die Versorgung und Betreuung älterer und schwacher Menschen lässt sich für Christen aus dem vierten Gebot ableiten“, führte Pfarrer Peter Nauhauser in den Besuch des Kirchenvorstands der evangelischen Dreieinigkeitskirche im Pattendorfer Seniorenheim ein. Spitalverwalter Hans Weinzierl und Heimleiter Hans Scharf hatten sich am Samstag nachmittag Zeit genommen, die Vertreter der evangelischen Kirche über die Einrichtung in Pattendorf, aber auch über die zukünftigen Herausforderungen zu informieren.

Das Haus ist derzeit mit 92 Bewohnern voll belegt, so Hans Weinzierl. 1998 habe man mit dem Neubau begonnen, um das in  die  Jahre gekommene Haus an moderne Standards anzupassen. Der noch bestehende Altbau werde nach der Fertigstellung der Pfeffenhausener Senioreneinrichtung umgebaut, die Planungen hierfür laufen bereits an, informierte Weinzierl auch über die logistischen Herausforderungen, ein neues Pflegeheim in Betrieb zu nehmen und Teile des Pattendorfer Hauses umzubauen.

Dass die Spitalstiftung ein großer Arbeitgeber in der Region sei, machte ein Blick in die Zahlen deutlich: Derzeit seien rund 70 Personen in Pattendorf beschäftigt, mit dem Neubau in Pfeffenhausen würden in etwa weitere 35 Arbeitsplätze hinzukommen. „Und wir zahlen nach Tarif, was bei einem Berufsanfänger rund 2.320 Euro brutto bedeutet“, machte Hans Weinzierl deutlich. Zudem biete man jungen Schulabgängern auch wohnortnah eine Ausbildung an, derzeit absolvieren  sechs junge Menschen ihre Ausbildung zum Altenpfleger in Pattendorf. „Zum Glück gibt es immer Menschen, die sich aus ihrer sozialen Einstellung heraus für den Pflegeberuf entscheiden“, so Scharf. Doch die Kehrseite der Medaille sei, dass rund 50 Prozent der Berufsanfänger nach fünf Jahren wegen der hohen Belastung wieder aufhören. „Hier müsse von politischer Seite der Personalschlüssel dringend geändert werden“, appellierten Scharf und Weinzierl an Ruth Müller, die nicht nur im Kirchenvorstand aktiv ist, sondern auch als Landtagsabgeordnete im Ausschuss für Gesundheit und Pflege mitarbeitet.

MdL Ruth Müller erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den Predigttext des evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford Strohm, der anlässlich des Anfangsgottesdienstes zur neuen Landtagsperiode genau die Frage der Bezahlung von Pflegekräften und der Finanzierung der Pflege in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt hatte. „Wenn 50 Prozent der Pflegeeinrichtungen rote Zahlen schreiben, habe das nichts mit schlechtem Management auf Seiten der Häuser zu tun“, so Ruth Müller.

Ein Dasein in Würde ist auch für Menschen in den letzten Lebensjahren unverzichtbar – zumal wenn sie auf Pflege angewiesen seien, so Pfarrer Peter Nauhauser.  Pflegebedürftigkeit sei schließlich kein  individuelles Schicksal, sondern erfordere eine generationenverbindende Solidarität.

Beim Rundgang durch das Pattendorfer Seniorenheim waren die Mitglieder des Kirchenvorstands beeindruckt von den lichtdurchfluteten Räumen und den vielfältigen Begegnungszonen auf allen Ebenen.

Homepage Ruth Müller