SPD Adlkofen

Auf Stippvisite beim Landrat

Veröffentlicht am 22.09.2018 in Wahlkreis

Martin Schulz besuchte am Dienstag den Landkreis

Landau/Dingolfing. (ww) Interessiert blätterte Martin Schulz im Buch über den Landkreis Dingolfing-Landau. „Ich gehöre zu den Leuten, die das wirklich lesen“, sagte er. Landrat Heinrich Trapp hatte es ihm geschenkt. Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz war am Dienstag auf Stippvisite in Niederbayern. Nachdem er am Vormittag in Begleitung von Landtagsabgeordneter Ruth Müller eine Schule im Landkreis Landshut besucht hatte und nachmittags das Jugendwohnheim Burgberg in Frontenhausen, traf er um 17 Uhr bei Landrat Heinrich Trapp im Landratsamt ein. Etwa eine dreiviertel Stunde unterhielt man sich, ehe Schulz zu einer abendlichen Wahlkundgebung in Weiden aufbrach.

Schulz zu Trapp: „Du hast dich nicht verändert“

Trapp überreichte dem Gast das Landkreisbuch, das den gelernten Buchhändler besonders interessierte. „Du hast dich nicht verändert“, sagte Schulz während des Blätterns zum Landrat. Schulz ist derzeit einfacher Bundestagsabgeordneter und hat keine großen Posten inne. Man merkte es ihm aber im Gespräch mit Trapp an, dass er in europäischen Dimensionen denkt. So mahnte er Solidarität in der Flüchtlingsfrage gerade von jenen europäischen Staaten an, die Nettoprofiteure des EU-Haushalts sind. Europa sei für Deutschland auch deswegen ein Gewinn, weil das Land Exportweltmeister sei. Nationalisten wie Gauland, Salvini, Trump verspielten die Zukunft der nächsten Generation. In Wirklichkeit wüssten sie es besser. „Sie wissen sehr genau, dass das, was sie erzählen, falsch ist.“ Schulz ging in seiner Rede auch auf den Industrielandkreis Dingolfing-Landau ein. Als ehemaliger Bürgermeister in einem Steinkohleland wisse er, wie notwendig Diversifizierung sei. Neben einem Großarbeitgeber müssten auch der mittelständischen Wirtschaft Angebote geschaffen werden. Dazu gehörten auch die weichen Standortfaktoren. Zuvor hatte Trapp dem Gast den Landkreis vorgestellt. Dabei beleuchtete er auch die Krankenhaussituation. Aufgrund bundespolitischer Vorgaben hätten Häuser auf dem flachen Land keine große Chance mehr, wirtschaftlich zu arbeiten. „Es tut uns langfristig weh, wenn nur noch die großen Krankenhäuser Dinge machen können.“ Der Landrat verdeutlichte auch den Zuzug in den Landkreis. Es seien vor allem Zeitarbeitnehmer aus dem osteuropäischen Raum, die zu uns kommen. Polen und Rumänen lebten teils in prekärsten Verhältnissen. In einem Haus mit einer Mülltonne lebten bis zu 32 Personen. Hingegen gebe es viele Einheimische, die nicht unterkommen. Unter den Asylbewerbern gebe es Leute, die langfristig Sorgen machen. So seien Antisemiten dabei und Leute mit falschem Frauenbild.

Text: Landauer Zeitung

Homepage Ruth Müller