SPD Adlkofen

Arbeitskreis „Kirche und SPD“ im Gespräch mit Militärseelsorgern

Veröffentlicht am 08.07.2016 in Allgemein

„Es geht nicht nur um Seelsorge, sondern um das Gemeindeleben“

Den Auftakt zu einer Gesprächsreihe im Bayerischen Landtag mit verschiedenen Seelsorge-Bereichen machten die Teilnehmer des  Arbeitskreises „Kirche und SPD“ mit den Militärseelsorgern Bayerns. Soldaten werden in Deutschland nach Aussage von Militärseelsorgern zu wenig wertgeschätzt.

Bei einem Fachgespräch der Arbeitsgruppe Kirchen der SPD-Landtagsfraktion am Mittwochabend in München sagte der Leitende evangelische Militärdekan Dirck Ackermann: "Ich sehe die Gefahr, dass sich die Gesellschaft von der Bundeswehr verabschiedet." In der Diskussion wurde auch deutlich, dass sich durch die Abschaffung der Wehrpflicht auch die Aufgaben der Militärseelsorger gewandelt hätten. „Auch Ihre Arbeit ist davon betroffen“, machte die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller deutlich. Habe es früher in zahlreichen Kommunen Bundeswehr-Standorte gegeben, seien diese auf einige wenige zusammengeschrumpft. So hätte sich auch die Anzahl der Militärseelsorger, die die Bundeswehrstandorte betreuen, reduziert und der kollegiale Austausch damit ebenfalls.

Ackermann machte deutlich, dass sich die Politik mehr mit dem Thema Militärseelsorge beschäftigen müsse. Denn die Situation der Soldaten habe sich durch die häufigeren Auslandseinsätze verändert. Weniger Soldaten müssten mehr Einsätze machen. Vor allem im Bereich von Belastungen unterhalb der Traumaschwelle sei es wichtig, Angebote zu schaffen. So müssten Familien besser begleitet werden, da Soldaten eine sehr hohe Scheidungsrate hätten. Hier brauche es mehr Vernetzung mit Kirchengemeinden und karitativen Einrichtungen.

Gefordert wurde eine kritische, aber solidarische Auseinandersetzung mit den Einsätzen unserer Soldaten. Der große Wunsch in der Runde war, dass die Politik die politischen Ziele der Einsätze klar definiert.

Homepage Ruth Müller