SPD Adlkofen

8. Bayerisches Imkergespräch

Veröffentlicht am 01.02.2016 in Landwirtschaft & Forsten

Teilnehmer am 8. Bayerischen Imkergespräch in Starnberg: u.a. die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller (6.v.li.)

Bienen sind noch nicht über dem Berg

Bayerns Imker sehen Fortschritte beim Kampf gegen die Varoa-Milbe. Doch Pestizide machenden Insekten schwer zu schaffen.

Die Erkenntnis, wonach in der Stadt weniger Pestizid-Befall zu verzeichnen ist als auf dem Land, ist nicht neu: „Die Landwirtschaft ist aber nicht immer schuld, es sind oft auch die Hobbygärtner“, so Hubert Dietrich, Organisator des 8. Bayerischen Imkergespräch in Starnberg. Dass die Imker in Bayern das kostenlose Angebot von Probenuntersuchungen bis zum Jahresende 2015 in steigendem Maße in Anspruch genommen hatten, bestätigt den Weg zunehmender finanzieller Förderung, durch den, Freistaat. „Es ist ja immer eine Politik der kleinen Schritte“, sagte Bio-Imker Werner Bader. Er hätte von den Landtagspolitikern gerne gehört, „dass Sie hier die Agrarwende in Bayern verkünden“. Soweit kam es dann doch noch nicht beim Starnberger Imker-Tag.

So ergaben staatliche Honig-Untersuchungen des Erlanger Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 28 Proben 15 rückstandsfreie und 14 geringfügig mit Pflanzenschutzmitteln kontaminierte Proben: „Der Honig war durchweg verkehrsfähig“, stellte Hubert Dietrich dar. Auch .‚private“ Erhebungen der Uni Stuttgart-Höhenheim benennen Raps-Pflanzenschutzmittel als Hauptbelastung: Waren es 2014 noch zwölf von 97 Proben, so sind es für 2015 schon 26 von 130, also 20 Prozent. Bei Bienenwachs-Analysen wurde eine Belastung mit Bienenarzneimittel-Rückständen wie Thymol bei etwa der Hälfte festgestellt. Fazit: „Es ist ein effektives Wachsmanagement erforderlich!“

Bader und Dietrich forderten die versammelten Imker dazu auf, weiterhin Proben einzureichen – möglichst eine für die Rückstandsanalyse und ein für die Pollenuntersuchung. Die bayerische Biene, sie ist noch nicht über den Berg. Wenn es um Ursachenerkenntnis und Bekämpfung des Bienensterbens geht, fühlen sich die Imker angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht mehr so hilflos.

Die Landshuter Abgeordnete und Bienenpolitischen Sprecherin der SPD, Ruth Müller, präsentierte die Positionen der SPD im Bayerischen Landtag zum Thema Bienen und Imkerei. Sie stellte das Infofaltblatt mit Blühkalender, dass die Fraktion Imkern zur Verfügung stellt, vor und legte dar, dass sie ihren Schwerpunkt in der Vermittlung der Bedeutung der Imkerei in der Gesellschaft sehe. Wer seinen Garten blühfreundlich anlege, könne selbst einen Teil dazu beitragen, das Lebensumfeld für Bienen zu verbessern. Im Gespräch mit Werner Bader erläuterte sie auch ihre Idee „Imkern im Gefängnis“, da zum einen die landwirtschaftlichen Betriebe in den JVA-Einrichtungen profitieren würden und andererseits die Häftlinge durch ihre Beschäftigung mit der Imkerei an ein Hobby herangeführt werden könnten, das ihnen nach ihrer Entlassung weitere Perspektiven bietet.

In seinem Referat berichtete Andreas Schierling, seit 1. Januar 2016 Leiter des TGD Bayern über die  „fliegende Landwirtschaft“ . Er stellte labordiagnostische Auswertungen von 483 eingereichten Proben vor, denen zufolge 60,9 Prozent der Bienen vom chronischen Bienenparalyse-Virus (CBPV) betroffen sind. Hierbei wurden die Köpfe der Bienen auf einen Befall des Nervensystems untersucht. „Es handelt sich um Trends, einen statistisch nicht abgesicherten Zwischeneinblick“, relativierte Schierling die für gesicherte Erkenntnisse nicht genügend große Zahl der Erhebungen. Immerhin: Das „Gerücht«, alle Bienenvölker wären mit Sporen befallen, sei widerlegt.

Die SPD-Abgeordnete Ruth Müller  im Gespräch mit Bio-Imker Werner Bader

Homepage Ruth Müller