SPD Adlkofen

Zum Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff

Veröffentlicht am 18.02.2012 in Bundespolitik

Wie ich den Tag erlebte und zwei Statements aus der Meinungsumfrage der Medien

  • Donnerstag, 16.02.2012
Auf dem Heimweg von der Arbeit höre ich im Radio, dass die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten beantragt hat. Am Abend diskutieren wir im Familienkreis, ob und wann der Bundespräsident zurücktritt.
  • Freitag, 17.02.2012
In den Online-Medien wird bereits am Morgen berichtet, dass Christian Wulff eine Erklärung abgibt und 30 Minuten später die Bundeskanzlerin sprechen wird. Um 11.00 Uhr hören meine Kolleginnen und ich - versammelt um ein I-Phone - am Radio live die Rücktritts-Erklärung des Bundespräsidenten - wie wohl einige Millionen Menschen in Deutschland. Erst ab 11.10 Uhr klingeln die Telefone wieder. Überrascht hat der Rücktritt niemanden mehr. Meine spontane Reaktion ist: "Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer muss jetzt wohl seine Aschermittwochsrede neu schreiben".
  • Samstag, 18.02.2012
Die Landshuter Zeitung berichtet von den Meinungsumfragen verschiedener Politiker.: "Nachfolger muss Riss kitten" Ruth Müller sieht Deutschland nach dem Wulff-Rücktritt in einer ganz schwierigen Situation: "Wie soll denn jemand unser Land nach außen vertreten, der von der eigenen Bevölkerung nicht mehr ernst genommen und nur noch mit Spott und Hohn übergossen wird? Die Leute waren dieser Personalie überdrüssig." Nun komme es darauf an, eine integre und angesehene Persönlichkeit zu finden, die den entstandenen Schaden wieder gut machen, das Vertrauen ins Amt des Bundespräsidenten zurückgewinnen, die Risse zwischen Politik, Gesellschaft und Medien wieder kitten könne und die wichtigsten Grundzüge des Grundgesetzes kenne und danach lebe. Als evangelische Christin könne sich die SPD-Chefin sowohl Joachim Gauck als auch die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käsmann vorstellen. Und im Rottenburger Anzeiger wird berichtet: Für die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller war die Entscheidung "auf alle Fälle zu erwarten und überfällig". Ihrer Meinung nach sei auch die Bevölkerung froh und erleichtert. Unerfreulich war für Müller vor allem, dass Wulff ständig ins Visier von Comedy und Karikaturen geriet. "Früher war das beim Bundespräsidenten tabu." Nun wünscht sich die Kreisvorsitzende, wieder zu diesem Punkt hinzugelangen. "Wir müssen die Ziele gemeinsam anvisieren." Es bleibt zu hoffen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem dritten Bundespräsidenten mehr Geschick beweist als bisher und sich auch mit den Oppositionsparteien berät. Dieses Amt muss fern von parteitaktischen Überlegungen besetzt werden und Deutschland mit Mut und Zuversicht den Weg in eine neue Phase der Demokratie zeigen.

Homepage Ruth Müller