Um gegenzusteuern, muss die Abschussquote erhöht werden
Die Zahl der Wildunfälle in Bayern ist von 2010 bis 2013 um zehn Prozent angestiegen. In absoluten Zahlen ist das ein Anstieg um 6510 Fälle. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller hervor. "Das einzig wirkungsvolle Mittel, um die Zahl der Wildunfälle zu verringern, ist eine Erhöhung der Abschussquote vor allem bei Schwarzwild", erklärt Müller. "In diesem Zusammenhang muss auch endlich der Einsatz von Nachtzielgeräten erlaubt werden. Diese aus jagdethischen Gründen zu verbieten ist absurd. Für das Wild macht es keinen Unterschied, ob es am Tag oder mit Hilfe solcher Geräte bei Nacht geschossen wird."
Immer wieder komme es zu schweren Unfällen mit Wild, so die niederbayerische Abgeordnete: "Besonders in Ober- und Niederbayern sind die Zahlen dramatisch. Dort gibt es bestimmte Straßenabschnitte, die äußerst gefährlich sind. Ich selber hatte mit meinem Auto auch schon zwei Begegnungen mit Wildschweinen. Abgesehen von den gesundheitlichen Gefahren für den Menschen bei Wildunfällen haben sie auch eine wirtschaftliche Dimension. Die Schadenssumme durch Wildunfälle lag im vergangenen Jahr bei über 2,4 Millionen Euro - der höchste Wert seit mindestens vier Jahren."
Zahlen zum Schwarzwild:
In der Jagdsaison 1980 / 1981 gab es bayernweit unter 3.000 Strecken – 30 Jahre später (2008/2009) sind wir bei 62.110 Stückzahlen bei Schwarzwild und 2013/2014 sind es knapp 69.000 Wildschweine, die erlegt wurden.
Am 28.11.2014 fand ein Expertenhearing „Brennpunkt Schwarzwild“ durch das StMELF statt. Im Abschlussbericht des Projekts zur Entwicklung innovativer regionaler Konzepte, das von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Auftrag geben wurde, wird dem Einsatz von Nachtzielgeräten ein erheblicher Vorteil eingeräumt.
Ein gutes Zusammenwirken von Jägern, Waldbesitzern und Landwirten ist die Voraussetzung dafür, dass die zunehmenden Schwarzwildbestände eingedämmt werden. Mit einem „Weiter so“ wird sowohl die Zahl der Wildschweine als auch die Zahl der Wildunfälle in Bayern von Jahr zu Jahr zunehmen.
Zahlen zu den Wildunfällen:
Bayern 2010: 56.467 Wildunfälle - Niederbayern 2010: 12.061 Wildunfälle
Bayern 2011: 55.932 Wildunfälle - Niederbayern 2011: 11.674 Wildunfälle
Bayern 2012: 63.536 Wildunfälle - Niederbayern 2012: 12.652 Wildunfälle
Bayern 2013: 62.977 Wildunfälle - Niederbayern 2013: 12.909 Wildunfälle
Bayern 2014: rd. 69.000 Wildunfälle