
Ruth Müller, MdL, machte sich am vergangenen Donnerstag zusammen mit der Landshuter Behindertenbeirätin Karola Hübner und SPD-Pressesprecher Frank Domakowski auf den Weg, um die Landshuter Altstadt auf ihre Barrierefreiheit zu prüfen.

Ruth Müller, MdL, machte sich am vergangenen Donnerstag zusammen mit der Landshuter Behindertenbeirätin Karola Hübner und SPD-Pressesprecher Frank Domakowski auf den Weg, um die Landshuter Altstadt auf ihre Barrierefreiheit zu prüfen.
Im Jahr 2023, also in acht Jahren soll Bayern barrierefrei sein. So hatte es Horst Seehofer in seiner Regierungserklärung 2013 versprochen. "Doch die Umsetzung und vor allem die Finanzierung dieses Versprechens wird wohl zu einem Großteil den Kommunen aufgebürdet werden", befürchtet die Landtagsabgeordnete. Der Umfang des angekündigten Sonderinvestitionsprogramms sei derzeit noch offen und der Bayerische Ministerpräsident habe zwischenzeitlich auch vermeldet, dass auch die Kommunen gefordert seien, Investitionen zu tätigen. Wie es tatsächlich in den bayerischen Kommunen aussieht, davon will sich die SPD-Landtagsfraktion ein Bild machen und hat deshalb die Kampagne „Bayern Barrierefrei“ ins Leben gerufen.
Gleich zu Beginn der Begehung bemerkte Frank Domakowski, dass es auch in Landshut für Reisende schwierig sei, barrierefreie Gaststätten zu finden und es auch oftmals an Hinweisschilder für Behindertentoiletten mangele.
Mobilität spielt bei der Barrierefreiheit eine wichtige Rolle, deshalb erkundete die Abgeordnete die Barrierefreiheit der Landshuter Busse. Ein Busfahrer erklärte sich bereit einen Bus abzusenken und zeigte den Anwesenden, wie dadurch und dem Ausrollen einer Rampe behinderten Menschen der problemlose Einstieg in den Bus ermöglicht werden soll.
Die Behindertenbeirätin Karola Hübner machte jedoch darauf aufmerksam, dass dieses Procedere auch Zeit benötige - und gerade in der Rush Hour sei das nicht einfach.
In der Stadtresidenz gibt es zwar behindertengerechte Toiletten, allerdings seien diese von der Altstadt aus nicht gekennzeichnet und nur mit dem EURO-Schlüssel zu öffnen. Eine bessere Kennzeichnung der Toiletten sei aber insbesondere für auswärtige Gäste wichtig, mahnte Domakowski.
Anschließend wurde die St. Martins Kirche auf Barrierefreiheit geprüft. Der Behindertenzugang wurde schnell gefunden, jedoch bemerkte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller sofort ein fundamentales Problem: „Es gibt zwar einen behindertenfreundlichen Zugang, allerdings ist der für die Behinderten nicht optimal zugänglich, da er oftmals, wie gerade, von einem Fahrrad versperrt wird.“ ein gemeinsames Miteinander der Menschen scheitere oft nicht am guten Willen oder an baulichen Voraussetzungen, sondern an der Gedankenlosigkeit gegenüber Hilfsbedürftigen. Und hier wolle die SPD Landtagsfraktion mit "Begehungen vor Ort" dazu beitragen, die "Barrieren in den Köpfen" abzubauen, so Müller.
Abschließend stellten die Anwesenden fest, dass es in der Landshuter Altstadt in Bezug auf Barrierefreiheit noch ordentlich Luft nach oben gäbe. Hübner berichtet, dass sich die Toiletten vieler Landshuter Cafés im Keller befänden, der nur durch eine steile Treppe mit dem Erdgeschoss verbunden sei. Außerdem kritisierte sie, dass viele Geschäfte nur durch Treppenstufen betreten werden können und barrierefreie Rampen oftmals fehlten. Die Anwesenden waren sich einig, dass die aktuelle Situation in Bezug auf die Barrierefreiheit in der Landshuter Altstadt verbessert werden muss. Dazu sei es aber auch notwendig, dass die Staatsregierung das Versprechen "Bayern bis 2023 barrierefrei zu gestalten", auch mit Finanzmitteln unterfüttere, so Müller.
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