SPD Adlkofen

Weg zur Wiedervereinigung

Veröffentlicht am 26.11.2015 in Bildung

Ruth Müller forderte die Schüler dazu auf, sich politisch zu engagieren.

Die zehnten Klassen des Gymnasiums Seligenthal haben die Ausstellung „Weg zur Wiedervereinigung“ mit Ruth Müller (MdL) eröffnet. Sorgfältig hatte man sich zu dieser Eröffnung den 9. November ausgesucht, denn an diesem Datum fiel nicht nur die Mauer. In Berlin wurde die Weimarer Republik (1918) ausgerufen, ebenso scheiterte an diesem Tag der Hitlerputsch in München (1923) und spätestens seit den Novemberpogromen der Nazis 1938 erhielt der 9. November die dunkle Färbung, die der Tag lange behalten sollte.

Die Veranstaltung in der Aula des Gymnasiums wurde von den zehnten Klassen mit ihren Lehrern Michael Menauer, Martina Grüner und Robert Stefan gestaltet. Ruth Müller beschrieb, wie sie als junge Erwachsene auf einer Fahrradtour durch Ungarn im Sommer 1989 erstmals von der Möglichkeit zur Wiedervereinigung erfuhr. Die Landtagsabgeordnete sieht in diesen Monaten des Jahres 1989 auch den Anfang ihres eigenen politischen Engagements. Ihren biografischen Ausführungen ließ Müller noch eine Bitte an die Schüler folgen: „Das ist eure Zukunft, ihr müsst euch darum kümmern und euch auch politisch einbringen.“

Mit großen Kartons teilten im Anschluss Schüler die Bühne in Ost und West und bauten symbolisch eine Mauer. Die Schüler lasen auf beiden Seiten kleine Berichte zu Stationen des Wiedervereinigungsprozesses vor und nahmen, je nach positiver oder negativer Färbung ihres Fazits, einen Stein aus der „Mauer“. Am Ende dieser szenischen Darstellung blieben zwei Kartons auf der Bühne. Das Fazit: „Da ist noch dieser kleine Rest, diese Mauer in unseren Köpfen.“

Wie man diese Mauer abtragen könne, das zeigten die Schülerinnen Magdalena Wittmann und Julia Schmöger aus der Q12. Wittmann las aus dem Tagebucheintrag einer Studentin aus Westberlin, in dem deutlich wurde, wie wichtig direkter Kontakt mit Menschen im Kampf gegen Vorurteile ist. Schmöger zog eine Parallele zur epochalen Aufgabe, vor der die deutsche Gesellschaft steht. „Die Integration von hunderttausenden von Flüchtlingen darf auch keine Mauern zulassen. Wir müssen, wie die Studentin aus Westberlin, auf die Menschen zugehen.“

Text: Landshuter Zeitung

Homepage Ruth Müller