
Doktor Ludwig Hoegner referierte über Klimawandel.

Doktor Ludwig Hoegner referierte über Klimawandel.
Er ist Urenkel des ersten bayerischen und einzigen von der SPD gestellten Ministerpräsidenten. Am Donnerstag hat er nach Vermittlung durch MdL Ruth Müller das Maristen-Gymnasiums nicht deshalb besucht, sondern in seiner Eigenschaft als Professor für Geodäsie besucht: Doktor Ludwig Hoegner referierte, wie man den Klimawandel messen kann. Die natürlichen Ressourcen zu erhalten, sei eine Forderung der Bayerischen Verfassung. Daher gelte es, den Treibhauseffekt, der über den menschengemachten Ausstoß von CO2, Methan und Stickoxiden entsteht, zu reduzieren. Mit „man kann sagen“ zitierte Hoegner die Leugner des Klimawandels: Weder die Erdumlaufbahn, noch die Erdachse, noch Vulkane trügen zu rapiden Klimaveränderungen bei. Die Zyklik bewege sich hier im 25 000- bis 100 000-Jahr-Bereich. Gleichzeitig gebe es diverse Rückkoppelungen etwas beim Wasserdampf, beim Auftauen des Permafrosts oder der Abschwächung des Golfstroms. Der Ausstoß von Treibhausgasen würde nicht schnell genug gesenkt, so der Professor. Bremser seien hier der gleich gebliebene Verkehr oder die französischen Atomkraftwerke: Wenn diese im Sommer mangels Kühlwasser stillstünden, werde aus Deutschland Kohle- und Gasstrom exportiert.
Nicht gelten ließ Hoegner das Argument, Deutschland trage nur 1,3 Prozent zu den globalen Emissionen bei. Pro Kopf sei man hierzulande „schmutziger als der Weltbürger“. Wenig bis keinen Effekt besäßen der Waschlappen statt der Dusche oder das Sojaschnitzel statt des Putenschnitzels. Geodäten machten den Klimawandel mess- und sichtbar: Die schrumpfende Eismenge in Grönland und der Antarktis etwa habe Folgen auf die Erdanziehungskraft. Gemessen werde in Wettzell im Bayerischen Wald ebenso wie mit Satelliten. Bergstürze seien vorhersagbar, die Geodäsie erstelle auch semantische Modelle etwa zur Flutsimulation, sei aber auch unverzichtbar für das autonome Fahren. Es gehe darum, dem Messen ein Analysieren und ein Managen zur Vermeidung von Schäden folgen zu lassen. Ganz am Ende und nach engagierten Diskussionen machte er Werbung für seinen Beruf – der Arbeitsmarkt sei derzeit leergefegt.
Von Dr. Niko Firnkees
Homepage Ruth Müller