SPD Adlkofen

Volksbegehren auf Erfolgskurs - Weiter für die Artenvielfalt unterschreiben!

Veröffentlicht am 19.01.2019 in Umwelt

„Der große Zulauf zum Volksbegehren „Artenvielfalt“ macht deutlich, dass sich trotz Eis und Schnee viele Menschen Sorgen um unsere Natur, das Insektensterben und die damit verbundenen Auswirkungen machen“, stellt die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller fest. Dass der Ministerpräsident nun auf die Schnelle einen „runden Tisch“ ankündigt, zeigt, dass dieses Thema wohl von den verantwortlichen Ministern und Ministerinnen falsch eingeschätzt wurde. Der Unmut über die aktuelle Förderpolitik wurde beim 11. Bayerischen Imkergespräch in Starnberg von den über 350 Imkerinnen und Imkern bei der Podiumsdiskussion mit der Landwirtschaftsministerin und Vertretern des Bauernverbands deutlich zum Ausdruck gebracht.

 

Beim Volksbegehren Artenvielfalt geht es nicht nur um die Rettung der Bienen – auch unscheinbare Insekten haben eine wichtige Aufgabe in unserem verletzlichen Ökosystem. So sind sie zum Beispiel dafür zuständig, den Dung von Großtieren wie Kühen oder Pferden unter die Erde zu bringen oder Aas zu zersetzen. Ohne Insekten werden Gase freigesetzt, die um ein Vieles schädlicher sind als Kohlendioxid. Das Artensterben der Insekten betrifft letzten Endes auch Vögel, Frösche und andere Tiere, die sich gemeinsam in einer Nahrungskette befinden. Noch bis zum 13. Februar kann man sich im Rathaus der Heimatgemeinde für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ einsetzen und so dazu beitragen, dass notwendige Änderungen in der Landwirtschaft, im Verbraucherschutz, in der kommunalen Grünflächengestaltung und im Naturschutz thematisiert werden.
 

Eine Welt ohne lästige Insekten hört sich zunächst ziemlich angenehm an – hat jedoch katastrophale Folgen für unsere Umwelt!

In unserem Ökosystem ist alles miteinander verbunden, jedes Lebewesen hat seine eigene, wertvolle Aufgabe um unsere Flora und Fauna lebensfähig zu erhalten. Eliminiert man einzelne Glieder dieser Kette, ist mit unabsehbaren Konsequenzen zu rechnen. Schon jetzt sind zahlreiche Insektenarten akut vom Aussterben bedroht, im Umkehrschluss bedeutet das ein verringertes Nahrungsangebot für Vögel. Allein im Zeitraum von 1989 bis 2016 ist die Zahl der Fluginsekten bereits um bis zu 80 Prozent zurückgegangen! Die Zahl der Bienen schwindet in Bayern – welche Folgen die Abwesenheit von Bienen hat, sieht man bereits in manchen Regionen Chinas, in denen landwirtschaftliche Nutzflächen vom Menschen per Hand bestäubt werden müssen. Ohne Bestäubung keine Ernte, also weniger Nahrungsangebot – auch für den Menschen. Uns selbstverständliche Lebensmittel werden zum Luxusgut, Vitaminmangel und gesundheitliche Probleme sind die Folge. Doch es geht noch drastischer: Ohne Bestäubung schrumpft die Vegetation – Pflanzen sind jedoch Hauptproduzenten unseres lebenswichtigen Sauerstoffes!

Um das Schlimmste zu verhindern, haben die Bündnispartner sechs Schwerpunkte festgelegt:

  1. Biotopverbund schaffen
    Biotope sind von Natur aus miteinander verbunden, werden jedoch durch menschlichen Eingriff wie Siedlungen und Straßen voneinander getrennt. Das führt zu Inzucht unter den Tieren, die dadurch anfälliger für Krankheiten werden
     
  2. Nachhaltige Ausbildung
    Neben der Vermittlung von Wissen zur Effizienzsteigerung sollen angehende Landwirte wieder mehr überliefertes bäuerliches Wissen über die Zusammenhänge in der Natur gelehrt bekommen
     
  3. Mehr Transparenz
    Bayerns Bürgerinnen und Bürger sollen über jährliche Statusberichte über den Zustand des ökologischen Gleichgewichts informiert werden
     
  4. Mehr öko, mehr Bio
    mehr Förderung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben, um Monokulturen und dem Verlust unserer Naturschönheit zu begegnen, eine Steigerung der ökologisch bewirtschafteten Flächen
     
  5. Mehr Blühwiesen
    Bienen und andere Bestäuber sind auf Vielfalt und Durchgängigkeit angewiesen, Monokulturen bieten nicht genügend Nahrungsangebot. Auch jeder Gartenbesitzer kann hier mithelfen!
     
  6. Weniger Pestizide
    um die gezielte Bekämpfung wichtiger Insektenarten zu verhindern

Die BayernSPD unterstützt das Volksbegehren Artenvielfalt. Jeder kann mit seiner Unterschrift zum Erhalt unserer Umwelt beitragen – vom 31. Januar bis 13. Februar im Rathaus der Heimatgemeinde! Hinweise zu den Öffnungszeiten der einzelnen Eintragungsorte gibt es im Rathausfinder der Volksbegehren-Website.

Weiter Infos zum Artensterben und den konkreten Inhalten des Volksbegehrens gibt es hier.

Homepage Ruth Müller