SPD Adlkofen

Viele Frauen werden abgelehnt

Veröffentlicht am 19.08.2017 in Soziales

In Augsburg Stadt und Land werden jährlich fast so viele Hilfesuchende in Frauenhäusern abgelehnt wie angenommen. Das Fatale: Die Situation ist seit Jahren unverändert. In einer Resolution und beim Besuch fordern Simone Strohmayr und Ruth Müller schnelle Abhilfe

Das Frauenhaus Augsburg, zu dessen Einzugsgebiet ebenso der Landkreis Augsburg und der Landkreis Aichach-Friedberg gehören, hat im vergangenen Jahr 108 Frauen und 116 Kinder aufgenommen. Aber fast ebenso viele (112 Frauen) mussten aus Platzgründen abgelehnt werden. Die Gesamtauslastung lag bei 97,77 Prozent. Insgesamt 42 Plätze stehen dort zur Verfügung, 21 für Frauen und 21 für ihre Kinder. Doch der Bedarf ist wesentlich größer.

Etwa 140.000 Frauen werden jährlich Oper von sexueller und körperlicher Gewalt in Bayern. Strohmayr kritisiert: „Es ist eine Schande, dass immer noch die Hälfte aller hilfesuchender Frauen, die regelmäßig Gewalt erfahren haben, mit ihren Kindern in Bayern keinen Platz in einem Frauenhaus bekommen.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ruth Müller besuchte die Frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Frauenhäuser und Frauennotrufe im Freistaat, darunter das AWO Frauenhaus in Augsburg.

Strohmayr: „Jedes Frauenhaus im Freistaat bekommt im Durchschnitt nur 25.000 Euro Förderung pro Jahr.“ Um aber eine angemessene räumliche Ausstattung, die notwendigen Sicherheitsanforderungen und Personal zu finanzieren, bedarf es einer deutlichen Steigerung der Zuschüsse. Birgit Gaile, die Leiterin des Frauenhauses Augsburg sagt: "Es gibt nicht nur zu wenig Plätze für von Gewalt betroffene Frauen, sondern auch zu wenig Personal für die Betreuung der Kinder, Personalkosten für Verwaltung oder leitende Aufgaben sind nicht vorhanden. Der zeitliche Aufwand geht bei der psychosozialen Beratung verloren.“

Noch dazu kommt das Problem für die hilfesuchenden Frauen einen geeigneten, neuen Wohnraum zu finden, weil der Immobilienmarkt seit Jahren leergefegt ist.

Aktuell haben Strohmayr und Müller eine Resolution vorgestellt, die im Herbst im Landtag eingereicht werden soll.

Schon im Juni 2015 wurden unter der maßgeblichen Initiative Strohmayrs 3.200 Unterschriften an die Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm übergeben.

 

 

 

Homepage Ruth Müller