SPD Adlkofen

Versöhnung ist die Perspektive

Veröffentlicht am 21.06.2016 in Allgemein

Schlesischer Erzbischof Nossol wurde geehrt

 

Fast genau auf den Tag 25 Jahre nach der Vertragsunterzeichnung des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags wurde im Maximilianeum im Rahmen des „Vertriebenen-Empfangs“ der 84jährige Erzbischof emeritierte Bischof von Oppeln, Dr. Alfons Nossol von der SPD-Landtagsfraktion für sein Lebenswerk geehrt. Er hatte drei Tage nach dem Fall der Mauer, am 12. November 1989 auf dem großen freien Platz vor dem zerfallenden Schloss der Familie von Moltke in Kreisau einen Versöhnungsgottesdienst initiiert, bei dem sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der Ministerpräsident Mazowiecki die Hände zum Friedensgruß reichten. Der vertriebenenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Volkmar Halbleib überreichte zusammen mit der Pfeffenhausener Abgeordneten Ruth Müller die Urkunde an den schlesischen Geistlichen. Erzbischof Alfons Nossol erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass für ihn aus christlicher Sicht die Perspektive nach Flucht und Vertreibung nur „Versöhnung“ heißen könne. Ein Fundament für die deutsch-polnische habe wohl auch Papst Johannes Paul II. gelegt, ohne den Polen wohl nicht Mitglied der Europäischen Union geworden wäre. „Auch meine Heimatgemeinde Pfeffenhausen hat den Brückenschlag nach Polen vollzogen“, berichtete Müller dem Erzbischof. Im Rahmen der Partnerschaft mit Jaworzyna Slaska habe man in den letzten 15 Jahren zahlreiche Begegnungen auf vielen Ebenen durchgeführt und so auch den Blick nach Osten geöffnet. Den Besuchern des 9. Empfangs für Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler gab der Erzbischof eine Mahnung mit auf den Weg: „Europa ist als Kultur- und Wertegemeinschaft ein Geschenk des Himmels, dass es auszubauen und zu bewahren gilt“.

 

Unter dem Motto „Niemals Mauern, sondern nur Brücken“, angelehnt an das Zitat von Papst Franziskus zeichnete die SPD-Landtagsfraktion in diesem Jahr auch die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland aus, die die Traditionen der Heimat der jungen Generation nahe bringen.

Der Bundesminister a. D. und Münchens Altoberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel ließ es sich nicht nehmen, die mehr als 250 Gäste im Plenarsaal eindringlich an das gemeinsame europäische Fundament zu erinnern. „70 Jahre Frieden in Europa sind nur durch die Überwindung des Nationalismus möglich geworden“, so Vogel. Seine Generation habe die Auswirkungen zweier Weltkriege erlebt, blickte Vogel zurück. Umso wertvoller sei es nun, dass man in einem gemeinsamen europäischen Haus zueinander gefunden habe, mahnte der 90jährige Politiker. 

 

Homepage Ruth Müller