
Ruth Müller fordert klare Regeln für Tiertransporte

Ruth Müller fordert klare Regeln für Tiertransporte
Angesichts der Hitzewelle der vergangenen Wochen fordert die SPD-Landtagsfraktion bessere Schutzmaßnahmen für Tiere auf Transporten. Mit einem entsprechenden Antrag, der am Donnerstag im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags beraten wird, setzt sich die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ruth Müller, für kurzfristige Handlungsempfehlungen der Staatsregierung ein.
„Die Hitzewelle im Juni hat uns allen gezeigt, wie belastend extreme Temperaturen sind. Während wir Schatten aufsuchen oder uns abkühlen können, sind Tiere auf Transporten der Hitze, die häufig auf über 40 Grad im Inneren eines Transporters steigt, oft stundenlang ausgeliefert. Das darf uns nicht gleichgültig sein“, so Müller.
Lebendtiertransporte bedeuteten bereits unter normalen Bedingungen Stress für die Tiere. Bei hohen Temperaturen könne daraus schnell eine akute Gesundheitsgefahr werden, die im schlimmsten Fall tödlich ende. Deshalb müsse Bayern jetzt handeln. „Wir wollen verhindern, dass Tiere unnötig leiden. Das ist auch im Interesse der Landwirtinnen und Landwirte in Bayern. Dazu brauchen die Veterinärbehörden klare und landesweit einheitliche Vorgaben, wie sie bei extremer Hitze mit Transportgenehmigungen umgehen sollen.“
Vorbild ist Niedersachsen. Dort hat das Landwirtschaftsministerium seine Veterinärbehörden bereits im Frühjahr angewiesen, Langstreckentransporte von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen ohne aktive Kühlung ab einer Temperatur von 30 Grad Celsius nicht mehr abzufertigen. „Bayern sollte hier nachziehen. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Hitzewellen häufiger und intensiver werden. Darauf muss sich auch der Tierschutz einstellen“, so Müller.
Der SPD-Antrag fordert deshalb kurzfristig ministerielle Handlungsempfehlungen für den Sommer 2026 sowie die Erarbeitung eines verbindlichen Hitzeschutzkonzepts gemeinsam mit den Amtstierärztinnen und Amtstierärzten. Vorgesehen sind unter anderem ein Verbot von Tiertransporten an Hochsommertagen in Dritt-Staaten außerhalb der EU, eine Verlagerung notwendiger Transporte in die kühleren Nacht- oder Morgenstunden, verstärkte Kontrollen, digitale Temperaturmessungen im Laderaum sowie klare Vorgaben für den Abbruch von Transporten bei kritischen Temperaturen.
Abschließend fordert die SPD-Politikerin die Staatsregierung auf, diese Erfahrungen auch in die laufende Reform des Tiertransportrechts auf Bundes- und EU-Ebene einzubringen: „Der Klimawandel verändert die Bedingungen, unter denen Tiertransporte stattfinden. Das Recht muss mit dieser Entwicklung Schritt halten. Bayern kann und sollte dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.“
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