Kaufkraftverlust für die Region Landshut
Nicht nur, dass Coca-Cola bei Umweltschützern stark umstritten ist, auch die Arbeitsmarktpolitik lässt zu wünschen übrig. Gestern wurde bekannt, dass Coca-Cola Landshut durch eine neuerliche Umstrukturierung den Standort schließen möchte. Betroffen davon sind 89 Arbeitsplätze, von denen 27 Arbeitsplätze unwiderruflich wegfallen werden, wie die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller erfahren hat.
Die übrigen 62 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können an anderen Standorten weiterbeschäftigt werden. Dies betrachtet Müller allerdings als reine „Augenwischerei“. Denn auch der niederbayerische Standort Deggendorf wurde erst vor kurzem geschlossen und somit ist die nächste Coca-Cola-Niederlassung erst wieder im rund 100 Kilometer entfernten Fürstenfeldbruck zu finden. De facto werden somit wohl alle 89 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kürze auf der Straße stehen, befürchtet Müller.
Die Abgeordnete sieht darin die negative Weiterentwicklung des von Coca-Cola praktizierten Modells des „Outsourcen und Zentralisierens“. Eingeläutet wurde das bereits vor zwei Jahren, als sich die Konzernleitung von Coca-Cola Deutschland geweigert hat, die bestehenden Tarifverträge weiterzuentwickeln und stattdessen einen Unternehmenstarifvertrag „Tarifvertrag Struktur“ eingeführt hat. Seither wurden alleine in Bayern drei Standorte (Baar-Ebenhausen, Deggendorf, Obertraubling) geschlossen und drei weitere sollen folgen (Landshut, Hof, Traunreut). Die Umwandlung der Coca-Cola-Deutschland zu einer europäischen Holding habe nur noch das Ziel, die Quartalsgewinne zu steigern und das zulasten der Arbeitnehmerinnen vor Ort. Durch die bisher tariflich gut bezahlten Arbeitsplätze mit Weihnachts- und Urlaubsgeld werde der Standortverlust von Coca-Cola auch zu einem Kaufkraftverlust in der Region Landshut führen, befürchtet Müller.