SPD Adlkofen

Steigender Markt für den Obstanbau

Veröffentlicht am 03.06.2015 in Landwirtschaft & Forsten

Landwirtschaftspolitikerinnen informierten sich im Lehr- und Beispielbetrieb in Deutenkofen

„Auf rund 20 Hektar werden in Deutenkofen bei Adlkofen verschiedene Obst- und Beerensorten angebaut und vermarktet“, stellte Betriebsleiter Hans Göding den Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau in Deutenkofen den beiden Abgeordneten Rita Hagl-Kehl, MdB und Ruth Müller, MdL vor. Beide Politikerinnen sind im Landwirtschaftsausschuss tätig: Die in Landau ansässige Rita Hagl-Kehl im Deutschen Bundestag und die Pfeffenhausenerin Ruth Müller im Bayerischen Landtag. Deshalb haben sie die sitzungsfreie Woche in den Pfingstferien genutzt, um sich vor Ort zu informieren und den Meinungsaustausch zu pflegen.

1950 wurde der Versuchsbetrieb vom Land Bayern gegründet und 1957 vom Bezirk Niederbayern übernommen. Auf 9 Hektar werden Äpfel angebaut, wobei neben den neuen Sorten auch der Erhalt der alten Sorten gepflegt wird. „Die Kirschsaison beginnt in Kürze, auf rund 2,5 Hektar stehen die Bäume und laden dann die Selberpflücker ein, sich mit frischem Obst einzudecken“. Himbeeren, Erdbeeren, Birnen und Zwetschgen gibt es ebenfalls auf dem weitläufigen Gelände in Deutenkofen und was nicht als Frischware verkauft wird, wird zu Obstbränden oder Marmeladen verarbeitet.

„Niederbayern ist eine klimatisch interessante Region für den Obstbau, mittlerweile gibt es bei uns ähnlich viel Streuobstanbau wie in Lindau am Bodensee“, führte Göding aus. Für die Landwirte sei der Obstanbau eine attraktive Alternative und so werde auch Wert darauf gelegt, dass in Deutenkofen selbst Auszubildende die Möglichkeit erhalten, den Beruf des Gärtners Fachrichtung Obstanbau zu erlernen, aber auch die überbetriebliche Ausbildung zu ermöglichen.

Intensiv diskutierten die beiden Abgeordneten mit Betriebsleiter Hans Göding und seinem Stellvertreter Andreas Schramm über die Problematik mit der „Kirschessigfliege“, die aus dem asiatischen Raum nach Europa eingewandert ist und für den Obst- und Weinbau eine starke Bedrohung darstellt. Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller berichtete, dass erst Anfang Mai in der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses hierüber diskutiert wurde. Zum einen vermehre sich dieser Schädling explosionsartig, bei guten klimatischen Bedingungen seien bis zu 13 Generationen in einem Jahr möglich. Und zudem befalle die Kirschessigfliege auch gesunde Früchte wie Kirschen, Zwetschgen, Himbeeren oder Erdbeeren.

Im Obstbau müssten mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert werden, die allerdings auch sehr zeitaufwändig seien: Zum einen müsse vollständig abgeerntet werden, befallene Früchte müssen umgehend entfernt und fermentiert werden, kurze Pflückintervalle sollen eingehalten werden und eine großflächige Einnetzung der Obstanlage sei sinnvoll.

Die beiden Abgeordneten Ruth Müller und Rita Hagl-Kehl versprachen, aktuelle Informationen und parlamentarische Initiativen hierzu dem Lehr- und Beispielbetrieb in Deutenkofen zukommen zu lassen.

Homepage Ruth Müller