Zu Weihnachten gab´s Malbücher mit Buntstiften und Süßigkeiten
Die drei niederbayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer, Bernhard Roos und Ruth Müller besuchten kurz vor Weihnachten das Asylbewerberheim in Geisenhausen. Begleitet wurden die drei Landtagsabgeordneten bei ihrer Visite von Bürgermeister Robert Maier, seinem Stellvertreter Siegfried Kaschel und der stellvertretenden Landrätin Christel Engelhard. Laut Auskunft des Landratsamtes leben zur Zeit rund 140 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Geisenhausen, darunter viele Familien mit Kindern. Aktuell seien 14 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren angemeldet. Mit leeren Händen waren die drei Abgeordneten nicht nach Geisenhausen gekommen. Für die rund 40 Kinder und Jugendlichen übergaben sie kleine Geschenkpakete, die der Heimleiter verteilen sollte. Enthalten waren Malbücher mit Buntstiften und Süßigkeiten, die die Abgeordneten selbst besorgt hatten.
Rechtsanspruch auf Platz im Kindergarten
Asylbewerberkinder haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz, so die einhellige Meinung der SPD-Abgeordneten und des Landratsamtes. Die Marktgemeinde Geisenhausen ist um eine gelingende Integration der Familien und insbesondere der Kinder bemüht und versucht, diese in den örtlichen Kindertagesstätten unterzubringen. In Geisenhausen gibt es zwei Kinderkrippen mit insgesamt 72 Plätzen, zwei Kindergärten mit 200 Plätzen und einen Hort mit derzeit 25 Plätzen. Die Gemeinde hat ihren gesetzlichen Auftrag der Bedarfsplanung erfüllt und stellt ausreichend Plätze für ihre Kinder von 1 bis 14 Jahren zur Verfügung. Da es wegen des nicht vorhersehbaren Bedarfs zu Engpässen für die Asylbewerberkinder gekommen ist, hat nur ein Teil der Buben und Mädchen in den Geisenhausener Kindergärten untergebracht werden können. Aus diesem Grunde hatte die Stadt Vilsbiburg angeboten, in den dortigen Kindergärten Asylbewerberkinder aufzunehmen. „Für die Jungen und Mädchen bedeute dies die Möglichkeit der erfolgreichen Integration und des Spracherwerbs. Dies ist maßgeblich für die weitere Entwicklung der Kinder“, so die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller.
Den drei SPD-Politikern ging es bei Ihrem Besuch auch um die Frage der täglichen Fahrtkosten zum Kindergarten Vilsbiburg und wer diese zu tragen habe. „Die tägliche Beförderung von Geisenhausen nach Vilsbiburg und wieder zurück stellt eine finanzielle Belastung dar, die Asylbewerberfamilien aus ihrem Taschengeld nicht tragen können, wie die Regierung von Niederbayern fordert“, so Ruth Müller. Der Landkreis Landshut habe deswegen in der Zwischenzeit entschieden, die Fahrtkosten für den Transport der Asylbewerberkinder aus der Gemeinschaftsunterkunft zu bezahlen. „Diese Kosten können nicht Sache der Kommune und des Landkreises sein“, waren sich Johanna Werner-Muggendorfer, Bernhard Roos und Ruth Müller. Immerhin spreche man von 90 Euro pro Tag, was rund 1800 Euro im Monat seien, rechnete Ruth Müller vor. Die drei Abgeordneten werden die Problematik im Landtag zur Sprache bringen. Außerdem zeigten sie sich gewillt, das Thema dem Regierungspräsidenten vorzutragen.
Dezentrale Unterbringung vorteilhaft
Der Passauer Landtagsabgeordnete Bernhard Roos pochte darauf, man dürfe Ressentiments gegen Asylbewerber nicht unterstützen. Diese könnten nichts für ihre schwierige Situation. Joahnna Werner-Muggendorfer (Kelheim) meinte, man solle sich in die Lage der Asylbewerber versetzen: "Es ist furchtbar, wenn man von zu Hause weg muss." Die Anstellungssituation der Asylsozialberaterin erläuterte Bürgermeister Robert Maier. Die Restfinanzierung sei mit jeweils 10 000 Euro von der Marktgemeinde und vom Rotary Club Vilsbiburg übernommen worden. Seitdem habe sich die Situation in und um die Gemeinschaftsunterkunft "stark beruhigt". Dies sei auch ein Verdienst des Vereins "Buntes Miteinander Geisenhausen", hob Siegfried Kaschel hervor.
Engelhard berichtete von der Bürgermeisterbesprechung im Landratsamt. Laut Polizeiauskunft gebe es die wenigsten Probleme bei der dezentralen Unterbringung, wie sie im Landkreis Landshut bevorzugt werde. Ansonsten befand sie die Gemeinschaftsunterkunft "sehr ordentlich mit den Grünanlagen und dem Spielplatz vor dem Haus".