Die alternative Energiepflanze ist als Bienenfutterpflanze gut geeignet
Vereinzelt sieht man in der niederbayerischen Landschaft gelbe Farbkleckse – die „Durchwachsene Silphie“, die als Energie- und Bienenpflanze in Zukunft hoffentlich eine größere Rolle beim Anbau spielen soll.
Die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller, die im Landwirtschaftsausschuss auch für die Imkerei zuständig ist, wollte von der Staatsregierung wissen, welche Möglichkeiten es gibt, die Durchwachsene Silphie als spätsommerliche Trachtpflanze im Hinblick auf die Unterstützung der Imkerei zu fördern und ob es schon Erkenntnisse aus Pilotprojekten gebe.
Das Landwirtschaftsministerium antwortete, dass „es der Staatsregierung im Hinblick auf die immense Bedeutung der Bienenhaltung für unsere Kulturlandschaft ein wichtiges Anliegen sei, die Arbeit der Imkerei zu unterstützen“. So biete sie verschiedene Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen von Bienenzuchterzeugnissen an. Eine spezielle Förderung der Durchwachsenen Silphie ist weder im Rahmen der EU-kofinanzierten Bienenförderung noch in einer neuen Landesmaßnahme aufgrund bereits ausgeschöpfter Mittel für die Bienenförderung möglich.
Im Jahr 2014 wurden landesweit zehn Informations- und Demonstrationszentren eingerichtet, so Minister Brunner in seiner Antwort, in denen sich Landwirte, Grundeigentümer, Berater, aber auch interessierte Gruppen wie Imker, Jäger und Naturschützer anhand von Praxisbeispielen, z. B. über die Durchwachsene Silphie oder alternative Wildpflanzenmischungen, informieren können. Eine noch weitergehende und spezielle Förderung der Durchwachsenen Silphie sei nicht möglich.
„Unabhängig von den noch unzureichenden praktischen Erfahrungen beim Anbau alternativer Energiepflanzen ist ab 2015 im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogrammes KULAP geplant, mehrjährige Energiepflanzen dem Mais gleichzustellen. So sollen die Maßnahmen „Emissionsarme Wirtschaftsdüngerausbringung" und „Vielfältige Fruchtfolge mit Eiweißpflanzen" in Zukunft auch für die Durchwachsene Silphie offen stehen“, erklärte Müller aufgrund der eingegangenen Antwort.
Die ersten Pilotprojekte mit der gelben Energiepflanze seien positiv verlaufen: Sowohl das Projekt „Alternative Energiepflanzen" der Bioenergieregion Bayreuth als auch eine Untersuchung des Fachzentrums Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ergaben, dass die Durchwachsene Silphie für eine Vielzahl von blütenbesuchenden Insekten, einschließlich der Honigbiene, von großer Bedeutung ist. Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen war die Selbstversorgung der Völker mit Honig und Pollen messbar verbessert. Die Bienen sammelten intensiv auf den Blütenständen. Bei günstiger Witterung und später Nutzung der Durchwachsenen Silphie ist mit einem noch größeren Trachtpotenzial zu rechnen. In den Herbstferien wird die Landshuter Abgeordnete das Fachzentrum in Veitshöhcheim selbst besuchen, um sich vor Ort noch einmal ein Bild über die aktuelle Situation zu machen.
Das Technologie- und Förderzentrum am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (TFZ) habe in den vergangenen Jahren mehrere Flächen (bis zu 200 m2) zu Versuchszwecken mit Durchwachsener Silphie begründet. Neben verschiedener Anbauverfahren würden u.a. Pflanzenentwicklung, Qualität und Ertrag bayernweit an sieben Standorten getestet. Der gelbe Korbblütler gilt als hoffnungsvolle alternative Energiepflanze für die Biogaserzeugung - ihr Methanertrag ist auf dem Niveau von Silomais und eine Nutzungsdauer von mehreren Jahren spricht für sich. Derzeit wird auch daran gearbeitet, die aufwändige Pflanzung durch Aussaat zu ersetzen.