SPD Adlkofen

Selbstbewußtsein zeigen und stolz sein

Veröffentlicht am 18.02.2013 in Ortsverein

Kandidaten aus Landshut & Straubing mit MdL Franz Maget

Landtagsvizepräsident Franz Maget sprach beim Fischessen des SPD-Ortsvereins

Franz Maget trat nach 2003 zum zweiten Mal beim Fischessen des Ergoldsbacher SPD-Ortsvereins ans Rednerpult. Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags sprach ohne Manuskript über den politischen Gegner, komplexe Zusammenhänge des Finanzmarkts, Aufgaben der SPD und die Europäische Union. Mit Blick auf die Landtags-, Bezirktstags- und Bundestagswahl sagte er: "Es ist höchste Zeit, dass es am 15. September schnackelt". Zu oft handle die CSU nicht aus Einsicht, sondern aus Angst vor dem Machtverlust.

Er verwies auf von der SPD gesetzte Themen, die die CSU zunächst abgelehnt und sich später doch zu eigen gemacht hätte. Als Beispiele nannte er die Ganztagsschule, den Ausstieg aus der Kernenergie, den Verzicht auf den Donauausbau mit Staustufen und die Studiengebühren. Die noch immer fehlenden Krippenplätze seien Versäumnisse, die die Familien ausbaden müssten. "Aber dies werden wir in diesem Jahr korrigieren", erklärte er. "Gebt der CSU Gelegenheit, dass sie aus dem Kopierkammerl rauskommt. Wenn du Opposition bist, hast du viel Zeit zum Nachdenken".

Einen Ansporn sah Maget in der Tradition der Sozialdemokratie in Deutschland. "Alle Parteien sind Nachkriegsgründungen - mit einer Ausnahme: der SPD. Das ist doch großartig", ging Maget auf das 150jährige Bestehen der Partei in diesem Jahr ein. Die Grundwerte Frieden und Deomkratie hätten nach wie vor Gültigkeit. "Ich wünsche mir, dass wir mehr Selbstbewußtsein zeigen und stolz sind".

Für die SPD gelte es, vielerlei Aufgaben anzupacken. "Wir müssen die Banken regulieren und die Finanzmärkte an die Kandarre legen". Eigene Rettungsschirme für Banken seien ebenso nötig wie eine Finanztransaktionssteuer. Zudem müssten die wichtigsten öffentlichen Güter in öffentlicher Verantwortung bleiben. Dies betreffe die Trinkwasserversorgung ebenso wie die kommunale Wohnungspolitik.

Zu guten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gehören für Franz Maget ein flächendeckend schnelles Internet, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein Schulsystem mit Chancengleichheit - insbesondere für Migrantenkinder - Lohngerechtigkeit und soziale Sicherungssysteme.

Ein Plädoyer für Europa war dem Landtagsvizepräsidenten ebenfalls ein Herzensanliegen. "Wir zahlen am meisten in Europa, aber wir gewinnen auch am meisten", betonte er. Die EU sei die Grundlage für den Wohlstand in Deutschland. "Wir haben global einen sensationelleln wirtschaftlichen Erfolg als Land mit nur 80 Millionen Einwohnern. Wenn Europa auseianderfällt, spielen wir keine Rolle mehr". Nicht ohne Grund hätten die Sozialdemokraten bereits 1925 Vereinigte Staaten von Europa gefordert.

SPD-Ortsvorsitzender Sebastian Hutzenthaler hatte eingangs betont, dass das Fischessen der SPD bereits seit 40 Jahren veranstaltet werde und die längste politische traditionelle Veranstaltung in Ergoldsbach sei. Hutzenthaler erinnerte daran, dass hochkarätige Redner wie Ludwig Stigler (1995), Hans-Jochen Vogel (1996), Florian Pronold (2007 und 2009) und Markus Rinderspacher bereits in Ergoldsbach gesprochen haben.

Mitglieder der SPD Ergoldsbach sowie aus Ortsvereinen der Landkreise Landshut, Regensburg und Straubing füllten am Samstag den Saal im Gasthaus Dallmaier. Rudi Simmerl und seine Band setzten mit Swing musikalische Akzente.

Das Fischessen bildete nicht zuletzt eine Bühne für die Kandidaten der Bezirkstags- Landtags- und Bundestagswahl im September. Anja König (Kandidatin Bezirkstag) und Harald Unfried (Bundestag) sprachen sich einhellig für Mindestlöhne aus.

Text: Landshuter Zeitung, 18. Februar 2013 / Barbara Vetter

Foto:
Harald Unfried (Kandidat Bundestag Landshut); Peter Stranninger (Landtagskandidat Straubing), Ruth Müller (Landtagskandidatin Landshut), Anja König (Bezirkstagskandidatin Landshut), MdL Franz Maget, Martin Kreutz (Listenkandidat Landtag Straubing) und Sebastian Hutzenthaler (Listenkandidat Landtag Landshut)

Homepage Ruth Müller