
Hans Sarcher, Theresa Bergwinkl, Florian Pronold, Rita Hagl-Kehl, Ruth Müller
SPD-Delegation informiert sich über Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Stadt

SPD-Delegation informiert sich über Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Stadt
Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe im Nachbarlandkreis Rottal-Inn vor wenigen Wochen sind noch ganz frisch und vor dem Hintergrund dieser Geschehnisse macht man sich bei der niederbayerischen SPD Gedanken über den Hochwasserschutz entlang der heimischen Flüsse. Im Rahmen einer größeren Tour besuchte deshalb am Donnerstag eine Delegation mit Staatssekretär und Bayern-SPD-Chef Florian Pronold, der Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl und der Landtagsabgeordneten Ruth Müller die Stadt Vilsbiburg. Der amtierende Bürgermeister Johann Sarcher informierte sie vor Ort über den Hochwasserschutz für die Stadt.
Rund 3,1 Millionen Euro kosteten die Schutzbauten im Stadtzentrum, die im Rahmen eines Festaktes mit dem damaligen Umweltminister Markus Söder im Oktober 2010 eingeweiht wurden. „Rund 35 Prozent der Kosten für den Hochwasserschutz wurden von der Stadt übernommen“, berichtete am Donnerstag Zweiter Bürgermeister Johann Sarcher (SPD), der momentan den im Urlaub weilenden Bürgermeister Helmut Haider vertritt. Sarcher führte die Delegation der Bundes- und Landespolitiker, zu denen sich auch die SPD-Stadträtin Theresa Bergwinkl gesellt hatte, zu den zentralen Punkten, wo das Geld vor einigen Jahren verbaut wurde. Dabei blickte Sarcher auch kurz auf die Vorgeschichte der Hochwasserfreilegung zurück. So habe man als erste Maßnahme Anfang der 90er Jahre das automatische Pfarrwehr in Angriff genommen, nach einer längeren Phase des Abwägens, Überlegens und Verwerfens erster Entwürfe sei die Stadt schließlich in die Planungen im Rahmen eines Förderprogramms für das Flußraummanagement eingestiegen. Im Zuge dessen habe es auch europäische Fördergelder gegeben, wusste Sarcher zu berichten.
„Vilsbiburg hat durch die am Ende realisierte Lösung des Hochwasserschutzes sehr gewonnen, wir haben eine hohe Aufenthaltsqualität an der Vils“, betonte Bürgermeister Sarcher und verwies unter anderem auf die Freitreppen hinter dem Rathaus, wo sich die Besichtigungsgruppe gerade befand. Gleichzeitig betonte Sarcher, dass die Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz anfangs in der Stadt durchaus kritisiert worden seien. Einen ersten Entwurf für die Schutzbauten habe sogar die Stadt selbst abgelehnt, mit den vom Ufer ein Stück zurückversetzten Schutzmauern habe man sich aber seitens der Kommune arrangieren können. Das gleiche gelte mittlerweile für die Bürger: Kritik an den Hochwasserschutzbauten übt heute niemand mehr. Der Biergarten mit der Glasfront vor dem Café Gabriel ist einer der beliebtesten gastronomischen Treffpunkte im Stadt, der größte Teil der massiven Schutzmauern ist vor allem im Sommer hinter Bewuchs nahezu unsichtbar geworden.
Gerade die Verbindung von Städtebaukonzept und Hochwasserschutz fand beim Rundgang durch Vilsbiburg Florian Pronold, Staatssekretär im Umweltministerium und Chef der bayerischen SPD, sehr sinnvoll. „Es ist gut, wenn so etwas gekoppelt wird“, meinte er. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Bund 300 Millionen Euro Jahresausgaben für den Hochwasserschutz bewilligt habe, obwohl dies eigentlich eine Aufgabe der Länder sei. Seine Parlamentskollegin, die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl, betonte mit Blick auf die Situation in Vilsbiburg, dass diese ein Beleg dafür sei, dass Hochwasserschutz auch zwischen der Bebauung funktioniere.
Gleichzeitig griff Hagl-Kehl eine Aussage von Johann Sarcher auf, der berichtet hatte, dass vilsabwärts von Vilsbiburg große freie Flächen vorhanden seien, die der Fluss bei Hochwasser überschwemmen könne. „Wenn man einem Fluss und damit der Natur genügend Raum gibt, hat davon auch der Mensch etwas“ betonte die SPD-Ageordnete, die auch Vorsitzende der „Parlamentarischen Gruppe freifließende Füsse“ ist. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth zeigte sich überzeugt vom Hochwasserkonzept, das man für Vilsbiburg umgesetzt hat. Sie und ihre Parteikollegen wollen die unter anderem in der Stadt an der Vils gesammelten Informationen für die weitere Arbeit bündeln; die Parlamentariergruppe wolle sich angesichts des Sommer-Hochwassers in Niederbayern vor Ort ein Bild machen, wo der Hochwasserschutz funktioniere und wo es noch etwas zu tun gibt, erklärte Ruth Müller.
Vilsbiburger Zeitung, 20.08.2016 / Michael Betz
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