Jobwunder- Wahrheit: Arbeit wird nur auf mehr Schultern verteilt
Kraftlose Herbstbelebung gleitet in saisonbedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit - Zugleich gibt es mit fünf Millionen regulär Beschäftigten einen neuen Positiv-Rekord.
Dem eh schon kraftlosen Herbstaufschwung ist im November die Puste ausgegangen: Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern nimmt wieder zu. Mit 245 300 waren im Freistaat 1,2 Prozent mehr Menschen ohne Job als im Oktober, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. "Die konjunkturelle Belebung, die bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sichtbar wird, wirkt sich derzeit noch nicht auf den Arbeitsmarkt aus", muss die BA feststellen. Ähnlich schwach war der Herbstaufschwung zuletzt im Jahr 2002 ausgefallen.
Generell ließ die Nachfrage nach Arbeitskräften im November nach. Die Unternehmen meldeten den Arbeitsagenturen gut elf Prozent offene Stellen weniger als im Oktober. Besonders bei der Zeitarbeit gab es ein Minus, ebenso im Handel und dem Baugewerbe. In Niederbayern ist die Arbeitslosigkeit im November am stärksten gestiegen - die kälteren Temperaturen setzten den besonders vielen Baufirmen zu. Viele auspendelnde Bayerwäldler sind davon betroffen, erklärte die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller .
Jugendarbeitslosigkeit birgt Armutsrisiko
Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit darf auch bei uns nicht aus den Augengelassen werden.. "21.678 Menschen unter 25 sind in Bayern arbeitslos. Zaudern darf bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit da nicht in Frage kommen. Jeder einzelne Jugendliche braucht eine Perspektive!", so die Landshuter Abgeordnete. Müller erinnert daran, dass Ministerpräsident Seehofer in seiner Regierungserklärung am 12. November angekündigt hat, dass es in Bayern 2018 keine Jugendarbeitslosigkeit mehr geben wird: "Ich erwarte daher von der Staatsregierung eine zügige und ambitionierte Umsetzung der Punkte aus dem Koalitionsvertrag!" Der Ausbau der Berufsberatung und die Ankündigung ausbildungsbegleitender Hilfen sowie assistierter Ausbildung seien wichtige Elemente, um jungen Menschen Perspektiven zu geben und die Quote derer, die eine Berufsausbildung erfolgreich abschließen, zu erhöhen. Die Bundesländer würden hierzu ausdrücklich als Partner in einer „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ in die Pflicht genommen!
„Wie der kürzlich vom Statistischen Bundesamt und renomierten Sozialexperten vorgelegte Datenreport 2013 bestätigt, sind junge Menschen besorgniserregend oft von Armut betroffen und gelten als armutsgefährdet. Von den jungen Leuten zwischen 18 und 24 Jahren gilt laut dem Sozialbericht jeder fünfte als armutsgefährdet. Bildung ist der einzige Weg, um diesem Trend langfristig entgegenzuwirken", so Müller.
Jobwunder-Wahrheit
Die Nürnberger Behörde verkündete zugleich positive Nachrichten von der Beschäftigungsseite: Zum ersten Mal haben in Bayern mehr als fünf Millionen Bayern einen regulären Job. Trotz des Booms am Arbeitsmarkt sind in Deutschland immer mehr Menschen von Armut bedroht. Danach verfestigt sich die Armut, obwohl die Zahl der Erwerbstätigen auf einen Rekordstand gestiegen ist. Mehr als 42 Millionen Menschen hatten bundesweit im September 2013 eine Beschäftigung. Dieses Jobwunder relativiere sich aber, da die geleisteten Stunden 2012 weit unter dem Wert von 1991 liegen würden. Dies zeige, dass die Arbeit nur auf mehr Schultern verteilt werde, so Müller.