SPD Adlkofen

Ruth Müller vernetzt Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in Pfeffenhausen

Veröffentlicht am 20.11.2025 in Allgemein

Fast wie ein kleiner Staatsempfang wirkte das Treffen in Pfeffenhausen, als auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammenkamen. Ziel war es, die zentralen Akteure rund um das Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ) miteinander ins Gespräch zu bringen – von der Forschung über die kommunale Ebene bis hin zur industriellen Anwendung.

„Mir war wichtig, dass wir alle relevanten Player an einen Tisch bringen – von den Hochschulen über die Bundespolitik und die Kommunen bis hin zu den Praktikern, die den Wasserstoff am Ende in den Alltag bringen“, betonte Müller. „Wenn wir die Energiewende und die technologische Transformation erfolgreich gestalten wollen, dann gelingt das nur, wenn Forschung, Politik und Wirtschaft gemeinsam anpacken – und zwar direkt hier in Niederbayern.“

An dem Treffen nahmen unter anderem das Präsidium der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut mit Präsidentin Prof. Dr. Michaela Wirtz, Professoren der Technischen Hochschule Deggendorf, Bürgermeister Florian Hölzl (CSU, Pfeffenhausen) und Bürgermeister Peter Forstner (SPD, Neufahrn), Wirtschaftsförderer Ludwig Götz vom Landratsamt Landshut, Dr. Tobias Brunner und Christiane Hayer vom Wasserstoff-Technologiezentrum sowie die Bundestagsabgeordnete Dr. Carolin Wagner teil, die im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mitarbeitet.


Forschung als Grundlage für Innovation

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie Forschungsergebnisse schneller in die Praxis überführt werden können. Präsidentin Prof. Dr. Wirtz betonte, dass Hochschulen wie die HAW Landshut und die TH Deggendorf eine entscheidende Rolle bei der regionalen Entwicklung spielen: „Unsere Hochschulen sind eng mit der Wirtschaft vernetzt. Sie können helfen, neue Technologien in die Unternehmen zu bringen und den Fachkräftemangel durch gezielte Ausbildung abzufedern.“

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Rahmenbedingungen für Forschungsförderung aktuell schwierig sind. Die Erfolgsquoten bei europäischen Förderprogrammen wie Horizon Europe sinken, und viele Projekte stehen in Konkurrenz zu Verteidigungs- und Sicherheitsforschung. Dr. Carolin Wagner, MdB, betonte daher, wie wichtig es sei, die Energiewende und Nachhaltigkeit weiterhin als Förderschwerpunkt zu verankern: „Wir müssen dafür sorgen, dass Forschungsgelder in zukunftsweisende Technologien fließen – und dass auch regionale Projekte davon profitieren.“

Auch Müller machte deutlich, dass gute Forschung Zeit, Geld und verlässliche Strukturen braucht: „Unsere Hochschulen leisten Spitzenarbeit, aber sie brauchen langfristige Perspektiven. Wenn wir in Bayern und in Europa technologisch vorn bleiben wollen, müssen wir Wissenschaft und Innovation auf dem Land stärken – nicht nur in den großen Städten.“


Wasserstoff als Chance für regionale Wertschöpfung

Neben der Forschungsförderung war der zweite Schwerpunkt des Treffens die wirtschaftliche Perspektive des Wasserstoffs. Florian Hölzl erinnerte daran, dass es ein langer Weg bis hierher war: „Ruth Müller, Wirtschaftsförderer Ludwig Götz, Dr. Tobias Brunner und ich haben über fünf Jahre hinweg mit viel Geduld, Energie und Überzeugungsarbeit daran gearbeitet, dass das Wasserstoff-Technologiezentrum überhaupt entstehen konnte.“
Dr. Tobias Brunner, Geschäftsführer des Wasserstoff- und Technologiezentrums Pfeffenhausen, machte in seinem Schlussplädoyer deutlich, dass Wasserstoff eine Schlüsselrolle in der Energiewende spielen wird:
„Mit dem steigenden CO₂-Preis wird grüner Wasserstoff wirtschaftlich attraktiv. Pfeffenhausen kann mit dem WTAZ zum Prototyp werden, wie Energiewende, lokale Wertschöpfung und Technologieentwicklung zusammengehen.“

Brunner betonte, dass die Produktion und Anwendung von Wasserstoff nicht nur ein Zukunftsthema sei, sondern konkret Arbeitsplätze und Innovationskraft in die Region bringen könne. Auch wenn einige Komponenten – wie Elektrolysezellen – derzeit noch aus Asien kommen, liege die Wertschöpfung bei Installation, Wartung und Nutzung in der Region selbst.

Ein wichtiger Diskussionspunkt war dabei auch der Umgang mit überschüssigem Solarstrom. Müller erklärte: „Mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint, müssen wir große Mengen an Solarstrom abregeln – also ungenutzt lassen. Das ist verschwendetes Potenzial. Mit Wasserstoff können wir diese Energie fast zum Nulltarif speichern und nutzbar machen.“ Durch die Umwandlung des Stroms in Wasserstoff könne dieser später für Mobilität, Industrieprozesse oder Heizzwecke genutzt werden.

„Das ist echte Dezentralität“, so Müller weiter. „Wenn wir den Strom, der hier in Niederbayern produziert wird, auch direkt hier in Wasserstoff umwandeln, entstehen vor Ort neue Wertschöpfungsketten, günstige Energiepreise und eine stärkere regionale Wirtschaft. Das stärkt unsere Gemeinden und sichert Arbeitsplätze – genau das ist die Zukunft der Energiewende.“


Pfeffenhausen hat, was Großstädte nicht haben: Platz

Im Anschluss an die Gesprächsrunde führten Dr. Tobias Brunner und Prof. Dr. Tim Rödiger von der HAW Landshut über das Gelände des neuen Elektrolyseurs. In der geplanten Kooperation zwischen der Hochschule und dem WTAZ geht es vor allem um die praktische Anwendung von Wasserstoff in der Mobilität – insbesondere bei LKWs und PKWs.

„Wir wollen zeigen, dass Wasserstoffmobilität keine Zukunftsvision ist, sondern heute schon funktioniert“, erklärte Prof. Rödiger. „Gerade Pfeffenhausen bietet dafür die idealen Voraussetzungen – hier gibt es die Fläche und die Offenheit für großtechnische Versuche, die in einer Großstadt gar nicht möglich wären.“

Müller griff diesen Gedanken in ihrem Fazit auf: „Pfeffenhausen hat etwas, das große Städte nicht haben: Platz. Hier können wir Projekte umsetzen, die im urbanen Raum scheitern würden – und gleichzeitig zeigen, dass ländliche Räume die treibende Kraft der Energiewende sein können.“


Blick in die Zukunft

„Wir stehen an einem Wendepunkt“, fasste Florian Hölzl abschließend zusammen. „Mit Pfeffenhausen haben wir einen Ort, an dem Forschung, Praxis und regionale Entwicklung zusammenkommen.“ Ruth Müller fügt hinzu: „Wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen, kann hier ein echtes Zentrum der Zukunftstechnologie entstehen – und ein Beispiel dafür, wie ländliche Regionen die Energiewende aktiv mitgestalten und davon profitieren.“

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