SPD Adlkofen

Risikobewusstsein für Hochwasser muss gestärkt werden

Veröffentlicht am 13.07.2017 in Wahlkreis

Ruth Müller, MdL besichtigt gemeinsam mit Vertretern des Ortsvereins Hohenthann kommunale Hochwasserschutzmaßnahmen

In der Gemeinde Hohenthann wurden im Zuge mehrerer Hochwasserereignisse innerhalb zweier Bauabschnitte zwei Hochwasserrückhaltebecken am Schmatzhausener Graben fertiggestellt. Das erste Rückhaltebecken wurde von 2003 bis 2005 gebaut, die Hochwasser von 2006 und 2009 zeigten jedoch weiteren Bedarf. Daher wurde ein zweites Becken errichtet, welches bei den Starkregenereignissen von 2013 und 2016 gute Dienste erwiesen hatte. Hiervon machte sich die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller, gemeinsam mit Christine Erbinger, Gemeinderätin aus Hohenthann, Karin Hagendorn und Reinhard Folda vom örtlichen SPD-Ortsverein vor Ort ein Bild.

Die beiden Hochwasserrückhaltebecken mit einem Rückhaltvolumen von 5.000 bzw. 5.100 Kubikmetern wurden von der Kommune in Auftrag gegeben und kosteten gesamt 380.000 Euro, wobei der Staat die Maßnahme mit über 60 Prozent, nämlich 252.000 Euro förderte. Auch der Natur komme das Rückhaltebecken zugute, so Karin Hagendorn: „Hier ist mittlerweile ein richtiges kleines Biotop entstanden“. Auch im neuen Baugebiet in Schmatzhausen sind bereits weitere Maßnahmen zur Regenrückhaltung geplant. Weiterhin plane die Gemeinde, im Hauptort Hohenthann verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen zu ergreifen, um die Bewohner im Bereich „Weiherholzfeld“ zu schützen, so Gemeinderätin Christine Erbinger. „Allerdings fallen trotz der anteiligen Förderung für Hochwasserrückhaltebecken durch den Staat noch hohe Kosten für unsere Gemeinde an, um das Kanalnetz zu modernisieren. Auch für Baumaßnahmen wie die Neigungsanpassung beziehungsweise Absenkung von Straßen, die nötig sind, um das Wasser in Richtung Rückhaltebecken fließen zu lassen, muss die Gemeinde allein aufkommen“ erklärt Erbinger die weiterhin hohen finanzielle Belastung der Kommunen bezüglich des Hochwasserschutzes.

Allein im Jahr 2013 entstand ein Gesamtschaden in Höhe von 10 Milliarden Euro durch Überschwemmungen in Form von Sturzfluten, Starkregen und Hochwasser, die aus kleinen Bächen reißende Ströme werden lassen. Bereits seit einigen Jahren steigt die Häufigkeit extremer Wetterlagen, das Gefahrenpotential von Sturzfluten und Starkregen wird jedoch häufig weiterhin unterschätzt, beziehungsweise verschwindet nach den Aufräumarbeiten solcher Hochwasser-Ereignisse zu schnell wieder aus dem Bewusstsein der Bürger und Kommunen.

„Wichtig ist, dass auch die Oberlieger der besonders hochwassergefährdeten Gebiete durch die Errichtung von Schutzmaßnahmen aktiv werden, wenn der kommunale Hochwasserschutz funktionieren soll. Wir sind alle in der Pflicht, die Gefahren und häufig existenz-bedrohenden Folgen von Hochwasser ernst zu nehmen“, so Ruth Müller, da durch zunehmende bauliche Nahverdichtung, Flächenversiegelung, intensive Landnutzung, nicht an Hochwasser angepasste Bauweisen, sowie unangepasste Stadt- und Ortsentwicklungen immer neue Gefahrenstellen entstünden. Für integral wirkende Rückhaltemaßnahmen zum Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser ergibt sich somit ein Fördersatz von 75 Prozent, bei einem Gewässerausbau ist der Fördersatz auf 60 Prozent erhöht. Interkommunale Hochwasserschutzmaßnahmen bei den Gewässern 3. Ordnung werden nach den derzeit gültigen Förderrichtlinien (RZWas 2016) mit einem Zuschlag von 10 Prozent gegenüber den üblichen Fördersätzen für entsprechende Maßnahmen gefördert, so Müller.

Homepage Ruth Müller