
Die stellvertretende Vorsitzende
der SPD-Landtagsfraktion und
frauenpolitische Sprecherin, Dr. Simone
Strohmayr, fordert einen Rechtsanspruch
auf einen Frauenhausplatz.
"Frauen, die Gewalt erfahren haben,
brauchen Schutz und dürfen nicht abgewiesen
werden", erklärte die schwäbische
Abgeordnete bei einem Besuch des
Frauenhauses in Kaufbeuren.
Das bedeute, dass die Zahl der Frauenhausplätze
in Bayern um 35 Prozent
erhöht werden müsse, stellte die zweite
frauenpolitische Sprecherin, Ruth Müller
aus Landshut, laut einer Pressemitteilung
fest. Die Frauenpolitikerinnen der
SPD-Landtagsfraktion setzen sich für
ein flächendeckendes Netz von
Zufluchtsstätten für misshandelte
Frauen und deren Kinder ein. Ihren Aussagen
nach seien bestehende Plätze
bedroht. Denn die Träger kämpften mit
finanziellen Engpässen durch niedrige
Zuschüsse und mit Personalproblemen.
Durchschnittlich erhielten bayerische
Frauenhäuser einen staatlichen Zuschuss
von 25 000 Euro jährlich. Dieser Betrag
werde gekürzt, sollte ein Haus über drei
Jahre keine Auslastung über 75 Prozent
haben. "Das ist absolut absurd! Der Feuerwehr
werden ja auch keine Zuschüsse
gekürzt, nur weil es drei Jahre nicht
brennt", sagte Strohmayr. Im Durchschnitt
ist für jedes Frauenhaus nur eine
Vollzeitstelle vorgesehen. Viel zu
wenig, wie Müller feststellte: "Die Einrichtungsleitungen
verwalten den Mangel",
bedauerte sie.
Frauenhaus-Leiterinnen verwiesen in
den Gesprächen mit den Parlamentarierinnen
vor allem darauf, dass sozialpädagogisches
Personal, aber auch hauswirtschaftliche
Hilfe fehlten. "Die
Schutz suchenden Frauen haben oft
Schreckliches erlebt. Sie brauchen
Zuwendung und Rat", weiß Müller. Dies
sei bislang nur zu schaffen, weil viele
Ehrenamtliche mithelfen.