Bedarfsgerechte Ausbildung im Pflegebereich dringend nötig
SPD fordert Personalschlüssel für Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen, wie es ihn für Bayerns Kindergärten bereits gibt – Müller: stationäre und ambulante Einrichtungen der Altenpflege werden zur Ausbildungssituation befragt
Nach dem Pflegereport 2012 der Bertelsmann-Stiftung könnte in Bayern die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um die Hälfte steigen. Insgesamt gebe es im Freistaat nach Angaben des Gesundheitsministeriums 330 000 pflegebedürftige Menschen. Bis zum Jahr 2050 werde sich diese Zahl verdoppeln. In einer Studie der bayerischen Wirtschaft ("Pflegelandschaft 2030") wird ein deutschlandweiter Zusatzbedarf von 737 000 Pflegekräften bis 2030 prognostiziert. Die SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Müller fordert von der Staatsregierung ein tatkräftiges Einschreiten gegen den befürchteten Pflegenotstand. „Ein verlässlicher Maßstab wäre ein Personalschlüssel für Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen, wie es ihn für Bayerns Kindergärten bereits gibt“, so die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller.
Voraussetzung für die Personalplanung seien genaue Berechnungen des jetzigen Personalstands und des künftigen Bedarfs, so Müller weiter. Das Gesundheitsministerium habe eine Angebots- und Bedarfsprognose zur Ausbildungsplatzsituation im Pflegebereich in Bayern in Auftrag gegeben, erklärt Ruth Müller mit Blick auf die Pflegeeinrichtungen in ihren Stimm- bzw. Betreuungslandkreisen. „Dafür werden sämtliche der rund 1600 stationären und 1800 ambulanten Einrichtungen der Altenpflege zur Ausbildungssituation befragt. Dann werden wir sehen, ob wir derzeit in Bayern genügend Krankenpflegekräfte ausbilden", so Müller.
Zukunftsweisend sei deshalb die Entscheidung gewesen, das Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe in Vilsbiburg, das von den beiden Landkreisen Landshut und Dingolfing gemeinsam betrieben wird, neu zu bauen. Seit Ende 2009 sind die Berufsfachschulen für Krankenpflege, Krankenpflegehilfe und Kinderkrankenpflege St. Marien unter einem Dach zusammengefasst. Zudem bietet das Kompetenzzentrum eine Vielzahl von Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an. Neu hinzugekommen ist erst im vergangenen Jahr die Ausbildungsrichtung „Pflegefachhelfer“, um jungen Menschen den Berufseinstieg in die Pflege zu erleichtern, so Müller, die als Kreisrätin im Landkreis Landshut im Verwaltungsrat von LAKUMED tätig ist.