SPD Adlkofen

Ohne Frauen geht es nicht, sieht sogar Gott ein

Veröffentlicht am 30.04.2019 in Bildung

100 Jahre Frauenwahlrecht – Landtagsabgeordnete Müller an der Realschule Oberroning

Oberroning. Im Rahmen der „Europatage“ an Schulen besuchte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller die Realschule Oberroning. Dort beschäftigten sich die Schüler mit Frauenrechte und dem 100. Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts sowie den Chancen und Möglichkeiten für Frauen in einem freien Europa. Schulleiterin Anna-Maria Müller begrüßte die SPD-Politikerin Ruth Müller. Der Schulleiterin war es wichtig, eine authentische Vertretung der „Frauenpower“ einzuladen.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt!“ Dieser Satz habe es 1949 endlich ins Grundgesetz geschafft, sagte die Sprecherin der bayerischen SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, den Schülern in der Turnhalle. Verantwortlich hierfür war die SPD-Politikerin Elisabeth Selbert. Müller informierte über geschichtliche Meilensteine, die seitdem zu immer mehr Gleichberechtigung geführt haben. Die Mädchen und Jungen waren überrascht, dass ein Ehemann vor 1958 das Recht hatte, das Arbeitsverhältnis seiner Frau zu kündigen. Auch die Tatsache, dass Frauen damals das Einverständnis ihres Mannes brauchten, um den Führerschein zu machen, war für die Schüler kaum zu glauben. Mit Kopfschütteln hörten die Schüler zu, wie Müller berichtete, dass eine Ehefrau noch bis 1977 gesetzlich dazu verpflichtet war, den Haushalt zu führen und ohne Einverständnis ihres Ehemanns keinen Beruf ausüben durfte. „Eine Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 eine Straftat“, erklärte die Politikerin. Obwohl in den letzten 70 Jahren viel geschehen sei, ist man in Deutschland von einer vollkommenen Gleichberechtigung von Mann und Frau noch immer weit entfernt, sagte Müller. „Viele junge Menschen wünschen sich zwar heute eine gleichberechtigte Partnerschaft, es gibt aber immer noch viele Hürden zu überwinden“. Erziehungsurlaub, Teilzeitbeschäftigung, Rollenbild von Mann und Frau und finanzielle Unterschiede bei Löhnen und Renten von Frauen und Männern machen deutlich, dass Frauen nach wie vor benachteiligt werden. Müller betonte, dass man mehr Frauen brauche, die sich politisch engagieren, damit sich in der Politik schneller etwas ändere. Der Anteil der Frauen im Deutschen Bundestag stieg zwar immerhin von anfänglich 6,8 Prozent auf bereits 36,5 Prozent, leider sind dies aber seit 2018 wieder nur noch 31 Prozent, ein Rückschritt, der auch im Bayerischen Landtag sichtbar ist, denn nur 55 von 205 Abgeordneten sind Frauen. Die Abgeordnete betonte, dass die SPD immer vorne dabei sei, wenn es um große Errungenschaften für die Frauen gehe. 100 Jahre Frauenwahlrecht verdanke man dem Sozialdemokraten Kurt Eisner. Im vergangenen Jahr wurde in der SPD 30 Jahre Frauenquote gefeiert. Müller appellierte: „100 Jahre Frauenwahlrecht sind ein Jubiläum zum Feiern, aber für ein weiblicheres Bayern muss man noch viel unternehmen“. Die SPD-Politikerin schloss ihre Rede mit einem Zitat der italienischen Schauspielerin Eleonore Duse: „Ohne Frauen geht es nicht, das hat sogar Gott eingesehen“. Anschließend durften die Schüler Fragen stellen. Interessant war, dass viele die Meinung vertraten, man solle wegen der Qualifikationen und nicht wegen des Geschlechts eingestellt werden.

Quelle: Rottenburger Anzeiger, Marianne Schmid

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