SPD Adlkofen

O`zapft is! – An der Milchtankstelle der Familie Riedl

Veröffentlicht am 16.05.2014 in Landespolitik

Natürlich musste die Riedl-Milch auch probiert werden: (v.l.) Ruth Müller, MdL, Sofie Riedl und Rita Hagl-Kehl, MdB

Unterglaim: Vergangenen Montag besuchte die niederbayerische Landtagsabgeordnete Ruth Müller den Milchviehbetrieb von Sofie und Stephan Riedl in Unterglaim, die seit Oktober 2013 eine Milchtankstelle eröffnet haben.

Doch sie kam nicht allein. Auch ihre Kollegin aus dem Bundestag, die Abgeordnete Rita Hagl-Kehl wollte sich die Erfahrung nicht entgehen lassen, frische Milch direkt vom Erzeuger zu zapfen.

Pünktlich zur Stallzeit angekommen, wird das politische Frauenduo gleich mit in die Melkstation genommen. Hier wird ihnen zunächst Hillary vorgestellt, dienst-älteste Melkkuh am Hofe Riedl und daher auch geduldige First Lady für die ersten Melkversuche von ganzen Schulklassen, die das Anwesen im Rahmen des Erlebnisbauernhof-Programms besuchen. Hillary, so erklärt Stephan Riedl, trägt ihren Namen nicht zufällig, wurde sie doch kurz nach Amtseinführung Bill Clintons geboren. Nicht nur diese liebevolle Anekdote, auch der gesamte Umgang mit ihren 65 Milchkühen macht deutlich, dass hier, wie auch bei vielen anderen Milchbauern in der Umgebung, noch ein tiefer Bezug zwischen Mensch und Tier besteht.

 

Alles, was eine glückliche Kuh braucht

Hillary und ihre Kolleginnen werden nicht nur als Milchproduzenten gesehen, sondern umhegt wie Familienmitglieder. So kann man sich als Kuh am Hofe Riedl im weitläufigen, zu allen Seiten offenen Laufstall an einer Massagestation verwöhnen und sich gleichzeitig den frischen Wind um die Nase wehen lassen.

Auch gefüttert wird hier nur das Beste – und vor allem aus eigener Herstellung. „Wir kaufen lediglich etwas Rapsschrot zu, genmanipuliertes Futter kommt für uns nicht in Frage“ betont Stephan Riedl.

Unterstützt werden die Riedls von einem Azubi, demnächst sogar von einer jungen Dame, die vom Büro in den Stall wechseln möchte. „Das Ansehen von Milchbauern in der Gesellschaft hat in der letzten Zeit wieder zugenommen“, stellen die Betriebsleiter fest.

 

Riedl-Milch für eine gesunde Ernährung

Auf dem Weg zur „Milchtankstelle“, dem angeschlossenen Milchautomaten des Riedlhofs, an dem man täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr selbstständig frische Milch beziehen kann, kommen die beiden Abgeordneten am Aufzuchtstall und einer weiteren Station für Schulklassen vorbei, an der erklärt wird, welche Bestandteile überhaupt in Milch enthalten sind, die besonders wichtig für eine gesunde Ernährung sind.

Für die Eröffnung einer „Milchtankstelle“ müssen diverse Vorschriften, vor allem die Hygiene betreffend, erfüllt sein. In unserer Region gibt es nur zwei weitere Milchbauernhöfe, die frische Milch direkt vom Erzeuger anbieten. Diese erfreuen sich allerdings, vor allem durch Mund-zu-Mund Propaganda, immer größerer Beliebtheit.

Die Riedl-Milch ist schonend pasteurisiert auf 72.5°C, jedoch nicht homogenisiert, worin Sofie Riedl den Grund von besserer Bekömmlichkeit vermutet: „Viele unserer Kunden kommen auf mich zu, um zu erzählen wie gut unsere Milch im Vergleich zur Supermarktware schmeckt.“ Außerdem hält sich die Milch gekühlt eine knappe Woche und ist sofort verzehrfertig, muss also nicht mehr abgekocht werden.

Landtagsabgeordnete Ruth Müller greift das Stichwort „Supermarkt“ sogleich auf und erkundigt sich nach der Gestaltung des Absatzpreises für den Liter Milch. Angesichts der anhaltenden medialen Diskussion über Dumping-Preise in der Milchindustrie zeigen sich Riedls jedoch gelassen: Zwar sei es durchaus so, dass eben Angebot und Nachfrage den Preis regeln, die Landwirte äußern jedoch keine Beschwerden, sondern kritisieren lediglich, dass in der Milchwirtschaft zu stark auf die massenweise Produktion, statt auf eine angemessene Vermarktung eingegangen würde.

Natürlich ließen es sich Ruth Müller, MdL und Rita Hagl-Kehl, MdB am Ende nicht nehmen, die Milchtankstelle selbst auszuprobieren und die frische Riedl-Milch noch vor Ort selbst zu verkosten.

Homepage Ruth Müller