SPD Adlkofen

Näher am Bürger mit dezentralen Inspektionen

Veröffentlicht am 19.10.2016 in Wahlkreis

Bayernweite Aktion der SPD-Landtagsfraktion – Ruth Müller besucht Polizei Vilsbiburg

Vilsbiburg. 14 Gemeinden, 111 Weiler und 580 Einöden, zusammen 520 Quadratkilometer. Dieses umfangreiche Einsatzgebiet macht die Polizeiinspektion Vilsbiburg zu einer der größten ihrer Art in Niederbayern. Am Montag hat MdL Ruth Müller (SPD) die Inspektion an der Vils besucht und sich bei Polizeichef Hermann Vogelgsang und seinem Stellvertreter Peter Klaus über den Stand der Dinge in ihrer Dienststelle erkundigt. Der Besuch war Teil einer bayernweiten Aktion der SPD-Landtagsfraktion. Ziel der Politiker ist herauszufinden, wie man Probleme durch Anträge im Parlament beheben könnte. Auch Müllers Parteikollege, Zweiter Bürgermeister Hans Sarcher, wohnte dem Gespräch bei, um Anregungen für die Arbeit im Stadtrat mitzunehmen.

„Es ist wichtig, nicht nur die großen Dienststellen in München, Nürnberg oder Augsburg zu besuchen, sondern sich auch ein Bild von den Inspektionen im ländlichen Raum zu machen“, sagte MdL Ruth Müller am Rande ihres Besuchs in Vilsbiburg. Denn in einem Punkt waren sich Polizeichef Vogelgsang und Müller schnell einig: Dezentrale Polizeidienststellen müssen bleiben. Nur so sei die Polizei nahe am Bürger. Große, zentrale Dienststellen, wie sie immer wieder gefordert würden, seien in einigen organisatorischen Aspekten wohl praktischer, „aber es muss nicht alles nur praktisch sein“, sagte Ruth Müller. Vogelgsang lieferte noch ein weiteres Argument: Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Organisationen funktioniere hervorragend, was letztlich die Polizei unterstütze. Vogelgsang bezweifelte, ob ein solches Zusammenarbeiten mit zentralen Dienststellen möglich wäre.

Ein wichtiger Punkt des Austausches zwischen Müller, Vogelgsang und Klaus war die Personalsituation in Vilsbiburg. Zwar sei sie Soll-Stärke von 38 in Vilsbiburg stationierten Beamten theoretisch erfüllt, „tatsächlich stehen mir derzeit aber nur 31,13 zur Verfügung“, erklärte Vogelgsang. Derzeit seien zwei seiner Kollegen in Elternzeit und einer habe sich in die Pension verabschiedet. Von diesen drei Stellen ist laut Vogelgsang nur eine nachbesetzt worden. „Ich beklage mich nicht über die Personalsituation, aber die Fülle der Aufgaben ist schon enorm“, sagte Vogelgsang. Stoßzeiten kämen auch in wirtschaftlichen Unternehmen vor, bei der Polizei träten diese jedoch unvorhersehbar auf, fügte Peter Klaus an. Da könne es schon einmal passieren, dass während eines Eileinsatzes die Aufnahme eines Unfalls eine Stunde warten muss.

Mehr Ausbildungsplätze schaffen

Die SPD-Landtagsfraktion plane bereits einen Antrag, mehr Ausbildungsplätze bei der Polizei zu schaffen, sagte Müller. Denn nur so könne man letztlich mehr Beamten einstellen. „Mit dem momentanen Ausbildungsstand erreicht man einfach irgendwann eine natürliche Grenze“, begrüßte Vogelgsang dieses Vorhaben. Laut dem Polizeichef liegt die Abbruchsquote bei der Polizeiausbildung derzeit bayernweit bei 25 bis 30 Prozent. Dieser Wert sei in den vergangenen Jahren angestiegen. Das hat laut Vogelgsang vor allem mit der steigenden Zahl von Abiturienten zu tun, die sich entscheiden, bei der Polizei anzufangen. „Viele von ihnen entscheiden sich im Laufe ihrer Ausbildung doch noch um oder wollen sich weiter qualifizieren“, so Vogelgsangs Analyse.

Intensiv tauschten sich die Polizeichefs und Müller über Prioritäten der örtlichen Polizei aus. Als Schwerpunkte hat Vogelgsang in Vilsbiburg die Jugendverkehrserziehung und Prävention gegen häusliche Gewalt gesetzt. Das begrüßte Müller, die sich als Frauenrechtepolitikerin gerade für das Vorgehen gegen häusliche Gewalt starkmacht. Neben all dem Lob für Prävention äußerte Müller aber auch Bedenken: Es fehlen Plätze in Frauenhäusern – laut der Politikerin 35 Prozent bayernweit. Auf den Landkreis Landshut umgerechnet wäre das ein zusätzliches Haus mit etwa zehn Plätzen. Der südliche Landkreis würde sich hier als Standort anbieten, sagte Müller auf Nachfrage von Hans Sarcher.

Wenig Gesprächsbedarf gab es beim Thema Asyl. „Es klappt gut, wir haben wenig Probleme“, fasste sich Vogelgsang kurz. Er lobte vor allem die ehrenamtlichen Helfer, die die Polizei mit ihrer Arbeit stark entlasten würden. „Das verdient große Anerkennung“, so der Polizeichef.

Ein Thema wollte Vogelgsang nicht unerwähnt lassen: Gegen illegalen Partys wird die Polizei unter seiner Führung weiterhin strikt vorgehen. „Da sind wir konsequent dahinter und werden peinlich genau schauen“, mahnte Vogelgsang.

Text und Bild: Alexander Bayer/ Vilsbiburger Zeitung

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