
Tierpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, besucht Tierheim Neuburg-Schrobenhausen
„Das ist hier wirklich ein Paradies für Tiere“, sagte die tierpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller bei ihrem Besuch im Neuburg-Schrobenhausener Tierheim. Vor wenigen Wochen war die Politikerin bereits in der Region unterwegs, genauer gesagt in Adlmannsberg im Ingolstädter Ortsteil Etting, um das dortige Grundstück, das der Tierschutzverein Neuburg- Schrobenhausen geerbt hatte, zu besichtigen. Und so kam es, dass Tierheimleiter Gerd Schmidt Müller nach Riedensheim einlud – auch, um über Tierschutz, artgerechte Haltung und die mangelnde Wertschätzung des Tierpflegerberufes zu sprechen.
Begleitet von Vertretern des Eichstätter Kreisverbands der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) und dessen Vorsitzendem Wolfgang Löffler führte Schmidt die Politikerin über das Gelände. „Wir haben hier überwiegend Hunde, die wir nicht vermitteln können“, klagte der Tierheimleiter und erklärte es am Beispiel eines Border Collies. „Diese Hunde brauchen viel Auslastung, nicht nur körperlich, sondern auch mental.“ Und wenn dem nicht so sei, komme es vor, dass sie Frauchen oder Herrchen beißen oder verletzen, „weil dann der Triebstau kommt“. Das Problem sei, dass viele sich solche Vierbeiner holen, am Ende aber nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollen, und dann landen sie am Ende wieder im Tierheim.
Ein großes Problem sieht Schmidt in der Hundezüchtung und deutete dabei immer wieder auf einzelne Schicksale von Kampfhunden, die im Neuburger Tierheim untergebracht sind. „Die meisten Halter schaffen sich die Tiere nur wegen Status und zum Geldverdienen an, haben keine Ahnung von den Tieren und das führt zu unnötigem Leid, nicht zuletzt durch die falsche Züchtung, die meist auf optische Perfektion getrimmt ist.“ Als weiteres Beispiel nannte Schmidt den Mops, dessen Züchtung mittlerweile in den Niederlanden verboten ist „und das sollte bei uns auch so sein“. Unnötiges Leid müsse auch bei der Nutztierhaltung aufhören. Das ist wirklich eine Sauerei, was dort passiert“, waren sich alle Beteiligten einig.
Neben den hunderten Tieren, darunter Katzen, Hunde und Pferde, aber auch Esel, Sittiche und Hühner, interessierte sich Müller besonders für Konzept, Struktur und finanzielle Mittel der Einrichtung. „Ich arbeite hier seit 30 Jahren und muss sagen, dass es wirklich gut läuft“, erklärte Schmidt. Die Kosten seien im Vergleich zu anderen Tierheimen gering (450 000 Euro pro Jahr), man habe eine klare Vereinbarung mit den Kommunen, wie es beispielsweise mit der Abholung und Annahme von Fundtieren läuft, und man achte bei allem darauf, dass sich die Tiere wohlfühlen, genügend Freiraum haben und auch ohne Stress hier leben. „Das ist wirklich schön zu sehen, wie die Tiere hier leben und mit wie viel Herzblut sich die Mitarbeiter kümmern“, resümierte Müller Ein Thema brannte den Beteiligten dann noch unter den Nägeln: die mangelnde Wertschätzung von Tierpflegern. „Das ist ein Vollzeitjob, ein Ausbildungsberuf, es steckt viel Engagement darin und es wird so schlecht honoriert, das ist wirklich traurig“, sagt Sandra Kertesz, die seit zwei Jahren in der Einrichtung arbeitet. Und das sieht auch Müller so: „Der staatliche Zu-schuss muss höher werden und das auch generell für den Tierschutz“, sagt die Politikerin.
Quelle Artikel: Donaukurier vom 27.08.2019