„Im Zweifel für die Freiheit“
Jahresabschluss des SPD-Arbeitskreises Labertal als Geburtstagsfeier für Willy Brandt - SPD-Landratskandidatinnen aus den Landkreisen Landshut, Regensburg und Straubing-Bogen feierten mit
Kurz nach Weihnachten feierte der SPD-Arbeitskreis Labertal seinen Jahresabschluss im Gasthaus Kammermeier in Ettenkofen. Zur „Geburtstagsparty für Willy Brandt (100)“ kamen neben den Vertretern der angeschlossenen Ortsvereine auch die drei SPD-Landratskandidatinnen aus den Landkreisen Landshut, Straubing-Bogen und Regensburg. Die zahlreichen Gäste, unter ihnen mehrere Bürgermeisterkandidat_innen, hörten eine ganz persönliche Laudatio auf den Friedensnobelpreisträger und ehem. Bundeskanzler durch Martin Auer. Bei der Wahl zu den Sprecherposten des AK wurden Ruth Müller, MdL und Rainer Pasta auch für das kommende Jahr bestätigt.
Arbeitskreis-Sprecher Rainer Pasta gab anfangs einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und erinnerte an die Wanderausstellungen „150 Jahre SPD“ und „Die weiße Rose“, die in vielen Orten der Region gezeigt werden konnte. Erneut zeigte sich, so Pasta, dass der AK Labertal große Ausstellungen organisieren und problemlos durchführen könne. Er bedankte sich bei den Mitgliedern für die unkomplizierte und erfolgreiche Zusammenarbeit. Bei den Landtags- und Bundestagswahlen hätten die meisten Ortsvereine ihre Ergebnisse halten bzw. deutlich verbessern können und mit Johanna Werner-Muggendorfer (Lkr. Kelheim) und Ruth Müller (Lkr. Landshut) sei die Region wieder mit zwei Abgeordneten im Bayerischen Landtag vertreten, stellte Pasta fest. Das Augenmerk liege nun auf den anstehenden Kommunalwahlen am 16. März 2014, bei denen die SPD mit jungen, ausgewogenen Listen auf Gemeinde- und Landkreisebene in der Region überzeugen möchte. „Es ist Zeit für mehr Frauen in der Politik“, so Pasta und dafür setze die SPD mit gleich drei Landratskandidatinnen ein deutliches Zeichen.
„Die Zukunft gestalten“
Unter dem gemeinsamen Motto „Die Zukunft gestalten“ präsentierten sich die drei SPD-Landratskandidatinnen Christel Engelhard (Landkreis Landshut), Paula Wolf (Landkreis Regensburg) und Karin Peintinger (Landkreis Straubing-Bogen) den Mitgliedern des AK Labertal. Christel Engelhard berief sich dabei auf das Brandt-Zitat „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“. Die stellvertretende Landrätin aus dem Landkreis Landshut stellte sich als echte Netzwerkerin dar und versprach mit ihren beiden Kolleginnen, soweit die Wähler das so unterstützten, über die Landkreisgrenzen hinweg eng zusammen arbeiten zu wollen. Engelhard setzt für sich auf einen fairen und konstruktiven Wahlkampf. Paula Wolf, die erfahrene Gemeinde- und Kreisrätin aus dem Landkreis Regensburg zeigte sich sehr erfreut über den gemeinsamen Termin der drei Kandidatinnen beim AK Labertal. In einer Koalition mit der CSU habe die SPD im Landkreis Regensburg selbstbewusst viele Ideen und Ziele umsetzen können, doch nun will Paula Wolf mit „Politik für die Bürger“ den „schwarzen Stuhl“ im Landratsamt Regensburg durch einen roten ersetzen. Karin Peintinger, die Gewerkschafterin aus Straubing freut sich auf einen tollen und fairen Wahlkampf bei dem insbesondere die regionalen Probleme zur Sprache kommen müssten. Die Landkreise Landshut, Regensburg und Straubing-Bogen würden zwar wirtschaftlich gut da stehen, aber die Lebensumstände der Menschen, müssten sich auch verbessern. Angefangen vom ÖPNV bis hin zum Sozialen Wohnungsbau müssten die Landkreise mehr investieren und in vielen Bereichen enger zusammenarbeiten – „hier schließt sich der Kreis zu meinen Kolleginnen. Frauen haben einfach eine andere Sicht auf die Probleme der Menschen und damit auch andere Lösungsansätze“, so Karin Peintinger.
Im Zweifel für die Freiheit
Martin Auer stellte nach der traditionellen Gulaschsuppe seine Laudation für Willy Brandt unter die Überschrift „Im Zweifel für die Freiheit“. Mit vielen Zitaten und persönlichen Erlebnissen gewürzt fasste er das lange, ereignisreiche Leben der sozialdemokratischen Symbolfigur Willy Brandt zusammen. Natürlich erinnerte er sich an den 11. Oktober 1978 als er Brandt spontan nach Schierling holten konnte und dieser auf den Kirchentreppen zu den Bürgern sprach. Das offizielle Schierling freilich ignorierte den Ex-Kanzler und Nobelpreisträger, „zufällig fuhren jedoch an diesem Tag ununterbrochen Traktoren mit Mistfuhren und Odelfässer vor dem Redner auf und ab“, beschrieb Auer die Stimmungslage in seiner Heimatgemeinde. Einen solchen Akt der Verunglimpfung, den Brandt immer wieder von konservativer Seite ertragen musste, quittierte Auer mit dem Brandt-Zitat: "Deutsche Sozialdemokratien dürfen Kränkungen der Freiheit nie und nimmer hinnehmen. Im Zweifel für die Freiheit!" Martin Auer schloss seine Laudatio mit einem Auszug aus der Münchner Rede von Willy Brandt vor mehr als 30 Jahren: „Eine Zukunft haben, heißt, Ziele und Aufgaben haben, die über uns selber hinausreichen. Ohne Wahrhaftigkeit, Beharrlichkeit und Mut zur Zukunft lässt sich nichts bewegen. Lasst uns den Aufbruch nach vorn wagen“.
Mehr ROT im Labertal
Die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller seit 2008 stellvertretende Sprecherin des SPD-Arbeitskreises Labertal bedankte sich abschließend für die gute Zusammenarbeit und das einstimmige Votum für die weitere Leitung des Arbeitskreises zusammen mit AK-Sprecher Rainer Pasta. Müller erinnerte an die Anfänge des AKs und die Aktion zur letzten Europawahl. In Mallersdorf-Pfaffenberg feierten unter der Europaflagge die niederbayerischen und oberpfälzer EU-Kandidaten Christian Flisek und Ismail Ertug zusammen mit den Vertretern der Gemeinde- und Vereinspartnerschaften einen eindrucksvollen Europaabend. „Christian Flisek ist nun niederbayerischer Bezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter und Ismail Ertug vertritt Niederbayern und die Oberpfalz im EU-Parlament“, so Müller. „Wenn es klappt, will der AK Labertal eine entsprechende Aktion zur kommenden Europawahl neu auflegen“, stellte Ruth Müller in Aussicht und forderte: „Mehr ROT im Labertal!“
Bildunterschrift: Vorne die drei Landratskandidatinnen (v.l.) Christel Engelhard (LA), Karin Peintinger (SR-Bog) und Paula Wolf (RGBG), hinten (v.l.) Referent Martin Auer, AK-Sprecher Rainer Pasta, die BGM-Kandidat_innen Hubert Wittmann (Aufhausen), Madlen Melzer (Schierling), Martin Kreutz (Mall-Pfaff), Peter Forstner (Neufahrn) und Angelika Thiel (Pfeffenhausen) mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller (2.v.re.)